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Gedanken zum Philipperbrief

Dortmund-Asseln, 22.09. 2015

Philipper 3,17 bis 4,23

Ein paar Gedanken aus unserem Bibelgesprächskreis zu Abschluss des Philipperbriefes:

Philipperbrief: Brief aus dem Gefängnis, aus Not, Mangel und Enge und doch ein Freudenbrief?

Ja, Paulus kann von Freude schreiben, die in ihm ist, großer und starker Freude.

Wie kann das sein?

Jesus Christus ist bei ihm.

Und so wie er durch die Verbindung mit Jesus immer wieder gestärkt wird, wünscht er das für seine Mitchristen, die Mitglieder der Gemeinde in Philippi.

Aber er muss tadeln. Viele führen, wie er urteilt, ihr Leben als Feinde Christi. Sie leben irdisch, weltlich. Reichtum, Ehre ist für sie wichtig, Vergnügen, Wohlleben. „Ihr Gott ist ihr Bauch“ sagt Paulus.

Er sagt seinen „Leuten“: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel“.

Das meint, dass diejenigen, die wirklich entschieden und entschlossen hier auf der Erde schon mit Jesus leben, eine große Verheißung haben. Für sie ist wirklich schon ein fester Platz in der Himmelswelt quasi reserviert. Sie gehören schon dazu, zum Himmel, weil sie zu Gott gehören und weil sie Jesus Christus gehören.

Werdet meine „Mit-nachahmer“ sagt Paulus. Nicht einfach nur Nachahmer, wie es in etlichen Übersetzungen steht, sondern Menschen, die mit Paulus zusammen Jesus nachfolgen und dabei ihn als Vorbild haben.

Paulus hat andere Werte als irdische Wohlergehen. Ob reich oder arm, hungrig oder satt, schöne Wohnung oder einfache Hütte, er ist in jeder Situation zufrieden. Alles andere ist zweitrangig gegenüber der Freude, die ihm die Nähe Jesu schenkt.

Und letztlich ist es ja Gott, der um seine jeweilige Situation weiß und ihm immer wieder geholfen hat und auch weiter helfen wird.

Mein Gott wird all eure Notdurft entsprechend seinem Reichtum und seiner Herrlichkeit ausfüllen

(4,19 frei übersetzt)

Das ist es. Das gibt Ruhe und Freude.

So zu leben ist natürlich ein Lernprozess. Niemand kann es sofort. Niemand kann es aus sich heraus.

Gott aber kann. Und er erwartet nie etwas von uns, wozu er nicht auch die Kraft gibt.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist“, so schließt Paulus seinen Brief (Phil. 4,23). Mit „Gnade“ hat der Brief angefangen (Phil. 1,2) mit „Gnade“ hört er auf.

Kein eigenes Verdienst brauchen wir Gott zu bringen, sondern ganz einfach seine Gnade, Vergebung, annehmen, uns beschenken lassen – und ihn in unserm Leben der Mittelpunkt sein lassen – mit seiner Hilfe.

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Wollen Sie an unseren Gesprächen über die Bibel teilnehmen?

Wir kommen jeden Dienstag zusammen.

Ab 10 Uhr können sie mit uns Kaffee trinken, ab 11 Uhr wird „gearbeitet“.

Da sprechen wir dann über biblische Themen, in den nächsten Wochen über die Psalmen, Lieder Israels.

Ursula Riepe

Text zum Download:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2015_09_22_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 1, Vers 15 – 23

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 1, Vers 15 – 23

Es wurden verschiedene Schwerpunkte im Gespräch bedacht.

1. Christus, das Ebenbild Gottes.

Was ist ein Ebenbild? Körperliche und geistige Gleichheit. Gott ist Geist, dennoch heißt es, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf. Da gibt es Fragen.

Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30)

Wir lernen Jesus in den Evangelien kennen. So lernen wir auch Gott kennen.

2. Jesus Christus, der Sohn Gottes.

Im Psalm 2,7 wird uns gesagt:„Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Gott spricht es zu seinem Sohn vor der Schaffung der Welt.

Menschen und Engel sind geschaffene Wesen. Menschen können Freunde oder Feinde Gottes sein.

Sie können noch mehr sein: Kinder Gottes durch den Glauben und das Geschenk der Wiedergeburt.

(Joh. 3,3 uns 1. Joh.3,1)

3. Durch Jesus ist alles (das All) geschaffen.

Das meint die fernsten Sterne bis hin zu den unbekannten Tiefen der Meere mit ihren z.T. skurrilen Geschöpfen.

Die Schöpferkraft Jesu ist allumfassend. „Am Anfang war das Wort“ (Joh. 1,1-3)

Gott sprach „Es werde Licht!“ (1.Mose 1,3.)

Da ist nicht das Sonnenlicht gemeint, sondern vielmehr Energie, Dynamik.

Gott hat am ersten Schöpfungstag die allgemeine Strahlung, die Grundlage aller Materie, ins Leben gerufen. Materie ist nicht, Materie geschieht.

4. Die Gemeinde, der Leib Christi

Es ist eine unsichtbar Wirklichkeit, die an Christus Glaubenden bilden mit ihm eine Einheit, eine tiefe innere Verbindung. Sie sind Beauftrage für die Welt, die ihre Kraft, ihre Impulse aus der Nähe Jesu nehmen.

5. Er machte Frieden durch sein Blut am Kreuz.

Die Schuldfrage des Menschen wurde durch Jesus geklärt. Der gerechte Gott versöhnte die Welt mit sich (2. Kor. 5,10). Er war nicht unser Feind, die Initiative der Versöhnung ging von ihm aus.

Während auf der Offenbarungsstufe des Alten Testamentes Gesetz und Strafe die Richtschnur waren – auch wenn Gott immer wieder seine Liebe durchblicken ließ – dürfen wir seit Tod und Auferstehung Jesu als Befreite leben, Gnade annehmen .

Das Gesetz sagt: Tue, so wirst du leben (streng dich an, um Gott zu gefallen, ihm recht zu sein)

Die Gnade sagt: Lebe und Du wirst tun (Lebe mit Gott, er will Dich verändern, Dein Denken, Wollen, Tun)

6. Gott verändert uns, wenn wir mit ihm leben.

Das geschieht nicht von heute auf morgen. Es dauert letztlich ein ganzes Leben lang. Ein Wort, das vielleicht einiges erklärt: (Zitat unbek. Verf.) „Ich bat um Liebe und Gott schickte mir schwierige Menschen, damit ich das Lieben lerne.“

Gottes Wege mit denen, die sich ihm anvertraut haben, ist nicht immer einfach. Es kann durch manche Nöte gehen. Aber wir sind nie allein. Und wir sind dennoch geliebt. Und wir haben eine – wie Petrus schreibt (1.Petr. 1, 3) „lebendige Hoffnung“.

Wir sind diesem Leben und den mancherlei Nöten nicht hilflos preisgegeben. Wir haben einen Vater im Himmel, der ein Ziel für uns hat und uns auf dem Weg begleitet.

Ursula Riepe

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Diesen Text können Sie sich gerne hier noch einmal downloaden:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2011_01_18_bibelgespraechskreis_riepe.pdf