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Apostelgeschichte 15: Errettet aus Gnade

Bibelgesprächskreis

Thema: Errettet aus Gnade,

Apostelgeschichte 15

Dortmund-Asseln, 18.11. 2012

Apostelgeschichte 15

Ein Höhepunkt in der Berichterstattung des Verfassers Lukas.

In unserem Bibelkreis sind wir inzwischen bei Apostelgeschichte 15 angekommen.

Es geht nun einen großen Schritt vorwärts in Bezug auf die Botschaft, die Paulus für die Nationen (Heiden) aufgetragen worden ist., „gerettet ohne des Gesetzes Werke“, wie er es in seinen Briefen mehr und mehr entfaltete.

Was war der Anlass? Auf seiner Missionsreise – seiner ersten – hatte Paulus erleben dürfen, wie mehr und mehr Nichtjuden zum Glauben kamen, während nur wenige Juden der Botschaft von Jesus Gehör schenkten bzw. gläubig wurden. Ja, die Juden verfolgten ihn und hetzten die nichtjüdische Bevölkerung gegen ihn auf. Das ging so weit, dass Paulus in einer Rede in Antiochia in Pisidien, wo er in der Synagoge noch einmal eindringlich zu den Juden gesprochen hatte, sie an den Weg Gottes mit Israel erinnert und sie auf den Tod Jesu und seine Auferstehung hingewiesen hatte, am Ende erklärte: „Es war notwendig, dass euch das Wort zuerst gesagt wurde, da ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig erachtet, so wenden wir uns zu den Nationen“ (Apg. 14, 46).

Der Hass gegen Paulus war sogar so groß, dass man ihn steinigte (Apg. 14). Es waren Juden, die die Volksmenge dazu aufhetzten. Man schleifte ihn zur Stadt hinaus und meinte, er wäre gestorben. Aber er stand auf! Und er ging wieder in die Stadt.

Das war in Lystra. Die Reise hatte in Antiochia in Syrien begonnen, hatte über Zypern nach Antiochia in Pisidien, der heutigen Türkei, nach Lystra, Ikonion, Derbe geführt und zurück nach Antiochia in Syrien, dem Ort des Aufbruchs einige Jahre vorher. An allen Orten waren Menschen gläubig geworden, eine beträchtliche Zahl.

Alle in der Gemeinde in Antiochia waren froh, dass so viele Menschen sich zum Glauben an Jesus Christus hatten rufen lassen.

Nun aber kamen Juden aus Judäa und lehrten: „Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden“. Den „Brauch des Mose“ finden wir u. a. in 3. Mose 12, 3 und in Joh. 7, 22 .

Um mehr darüber zu wissen müssen wir zurück zu Abraham. In 1. Mose 17 schließt Gott mit Abraham einen Bund. Er will ihn und seine Nachkommen segnen, will ihr Gott sein von Geschlecht zu Geschlecht, und das Zeichen dieses Bundes soll die Beschneidung sein. Jedes Kind, jeder kleine Knabe, wenn er 8 Tage alt ist, soll beschnitten werden bei allen ihren Nachkommen. Wenn jemand nicht beschnitten ist, soll er „ausgerottet” werden aus dem Volk, weil er den Bund gebrochen hat.

Gilt diese dem Volk Israel gegebene Verpflichtung jedoch auch für die neuen Gläubigen, die aus den „Nationen”?

Paulus, Barnabas und einige andere der Gemeinde machen sich auf den Weg nach Jerusalem. Hier war wohl für alle immer noch das Zentrum, der Sitz der geistlichen Autoritäten der an Jesus Gläubigen. Hier waren die Brüder, die die Jahre seines Auftretens mit ihm geteilt hatten, Zeugen seiner Kreuzigung und seines Auferstehungsgeschehens gewesen waren. Ihnen sollte die Frage vorgetragen werden: Müssen sich auch Nichtjuden beschneiden lassen? Und im Zusammenhang damit: Müssen sie das Israel gegebene Gesetz halten?

Es heißt, dass es eine lange Auseinandersetzung gab. Die Brüder scheinen es sich nicht leicht gemacht zu haben.

Dann nahm Petrus das Wort. Er hatte ja schon Erlebnisse in die „neue Richtung“ gehabt.

Als man ihn in das Haus des Nichtjuden Kornelius rief und er Bedenken hatte, das Haus eines solchen Menschen zu betreten, hatte ihm Gott durch eine Vision gezeigt, dass er gehen solle, dass der Weg frei sei (vgl. Apg. 10). Er hatte erlebt, dass der Heilige Geist auf Kornelius fiel, er gläubig wurde, ohne dass er vorher getauft war, während die Taufe für jeden Israeliten eine Vorbedingung war, um den Heiligen Geist zu empfangen.

Petrus hatte die befreiende Botschaft: „Was versucht ihr denn nun Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legen wollt, dass weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn gerettet zu werden“ (Apg. 15, Verse 10 und 11).

Auch Jakobus sprach. Er sah schon hier, was Paulus später im Brief an die Römer (Kap. 9 – 11) verkündete, dass Gott Israel beiseite stellen würde, um ein Volk – „aus den Nationen” – für seinen Namen zu gewinnen, und dass dann, wenn „die Hütte Davids“(Amos 9, 11) wieder aufgebaut sein würde, Israel seinen ursprünglichen Auftrag, „Licht für die Nationen” zu sein (Apg. 13, Vers 47), erfüllen würde. Im Millenium (Offenbarung 20, Verse 1 – 7).

Eine Einschränkung meint Jakobus machen zu müssen: Man solle sich enthalten vom Blut, vom Erstickten, von Hurerei und vom Götzendienst (Apg. 15).

Der Genuss von Blut war für Juden undenkbar. Es hätte keine Gemeinschaft geben können. Hurerei und Götzendienst allerdings sind ja wohl für jeden Christen kein Weg.

Ein Brief mit dem Ergebnis der Besprechung wurde an die Gemeinde in Antiochia gesandt. Es hieß dort: „Es hat dem Heiligen Geist und uns gefallen…“.Damit war die Frage geklärt. Keine Beschneidung mehr für die Nichtjuden, keine Verpflichtung zum jüdischen Gesetz.

Paulus und Barnabas blieben weiter in Antiochia und verkündeten das Evangelium. Hier wurden übrigens die Gläubigen zuerst „Christen“ genannt (Apg.11, 26).

Wenn ich nicht mehr unter der Ordnung des Gesetzes stehe, wo finde ich meine Orientierung?

Jesus sagt Matth. 22, 39: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Gewiss eine Orientierung. So möchte Gott uns haben . Aber kann ich das? Kann ich Gott aus eigener Kraft lieben? Und meinen Nächsten, der mich vielleicht verletzt hat oder der mir vielleicht auch nur unsympathisch ist? Ist es nicht doch wieder ein Gesetz? Ja, das ist es. Jesus predigt noch Gesetz, eigenes Tun, Werke. Man denke an die Bergpredigt. Da werden Gottes Anordnungen noch verschärft: „Ich aber sage euch…“ (u.a. Matth. 5,22 )

Ein Schlüsselvers ist wohl Joh. 16, 12: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber er gekommen ist, der Geist der (göttlichen) Wahrheit und Wirklichkeit, wird er euch voll und ganz in der Wahrheit unterrichten“.

Gelehrt vom Heiligen Geist, Paulus war berufen, uns weiter zu lehren.

Wahrheit und Wirklichkeit, das ist Christus, sein Tod für die Schuld der Menschen, seine Überwindung des Todes, seine Auferstehung. Sein Geist, der seit Pfingsten Neuzeugung durch den Heiligen Geist, die Kraft neuen Lebens schenken will.

Gal. 3, 23: „Bevor der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz zusammen eingeschlossen (wie in einem Gefängnis), in Gewahrsam gehalten für den Glauben, der später geoffenbart werden sollte. So wurde das Gesetz unser Erzieher zu Christus hin, damit wir aufgrund des Glaubens gerecht gesprochen würden. Nachdem der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Erzieher. Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben“.

Glaube, das ist nicht ein Für-wahr-halten, sondern eine Lebensverbindung mit Jesus eingehen, ihm mein Leben zur Verfügung stellen, damit er mein Herr ist, damit er mich verändern kann.

Dann muss ich Liebe nicht mehr aus mir heraus erbringen, sondern darf mich auf Römer 5,5 verlassen: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in eure Herzen“. Liebe aus Gott und Liebe zu Gott.

Vielleicht dürfen dieses Beschenkt-werden manchmal sogar auch schon Kinder erfahren. Claudia und Sabine hatten sich über längere Zeit immer wieder auf hässliche Weise gestritten. Aber sie passten im Religionsunterricht sehr gut auf. Nach einiger Zeit fragte die Lehrerin: „Ihr streitet euch ja gar nicht mehr!“ Die Antwort war: „Es macht uns keinen Spaß mehr“.

Der alte Bund: Gesetz, fordert Gehorsam.

Der neue Bund: Gnade, schenkt Gehorsam.

Oder:

Das Gesetz sagt: „Tu, so wirst du leben!”

Die Gnade sagt: „Lebe, so wirst du tun!”

Ursula Riepe (Foto vom 11.10.2009)

Ursula Riepe

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Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Bibelgesprächskreis

Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11

Thema: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Dortmund-Asseln, Juni 2012

A. Verfolgung und Bedrohung (Apg. 4,1 – 4,31)

Das Thema unseres letzten Bibelgespräches (siehe auch: http://asselner.gemeinde-inter.net/2012/05/22/apostelgeschichte-3-1-26-die-heilung-des-gelaehmten) war das Wunder an einem Mann, 40 Jahre alt, der von Mutterleibe an gelähmt gewesen war. Petrus und Johannes begegneten ihm an der sog. „schönen“ Tür des Tempels und Petrus durfte ihn in apostolischer Vollmacht heilen.

Der Gelähmte ist geheilt, aber nun geht Verfolgung los.

Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“, hat Jesus schon in Joh.15, 20 zu seinen Jüngern gesagt. Das müssen Petrus und Johannes nun erfahren.

Der Tempelhauptmann, die Priester und Sadduzäer treten vor und stecken sie über Nacht ins Gefängnis.

Es ist ja für diese Oberen des jüdischen Volkes eine unerhörte Herausforderung, aus dem Munde der Apostel immer wieder zu hören: „Jesus ist der verheißene Messias, er ist wirklich auferstanden, er ist der, von dem schon die Propheten gesagt haben.“ Und auch: „In seinem Namen ist das Wunder an dem Gelähmten geschehen.“

Unter Drohen verbietet man Petrus und Johannes, weiter von Jesus zu reden und zu lehren. Petrus und Johannes aber antworten: „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott? Wir können`s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg. 4, 19 u. 20)

Die Oberen der Juden lassen sie gehen

Die junge Gemeinde ist in einer Notsituation.

Da kann nur Gott helfen.

Petrus und Johannes und die, die ihnen nahe stehen, kommen zum Gebet zusammen.

Und es fällt ihnen der zweite Psalm ein, den David ca. 1000 Jahre vorher geschrieben hat und der eben solch eine Situation anspricht. In Anlehnung daran sprechen sie die betreffenden Verse vor Gott aus mit der dringenden Bitte um seine Hilfe (Ps. 2, 1. u. 2):

Warum toben die Heiden und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Gesalbten.“ (Mit „Heiden“ sind sicherlich die Römer gemeint, bei „Völker“ ist wohl an die verschiedenen Völkerschaften Israels zu denken, Könige und Fürsten sind die jeweils Oberen)

Und weiter rufen sie:

Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels. …. Und nun, Herr, sieh ihr Drohen an und gib deinen Knechten mit aller Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus, dass Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.“ (Apg. 4, 27-30)

Die Stätte bebte, heißt es, und sie wurden mit Heiligem Geist erfüllt und redeten mit Freimut das Wort von Jesus. Wie wir später hören, bestätigte Gott auch durch Wunder und Zeichen weiter ihren Dienst.

B. Heuchelei in der Gemeinde (Apg.4,32 – 5,11)

Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“, heißt es Apg. 4,32.

Es war niemand mehr unter ihnen, der Not litt. Sie teilten ihren Besitz, verkauften sogar Äcker um einander zu helfen. Das erlöste Geld brachten sie den Aposteln, die es verwalteten.

Ananias und Saphira hatten auch einen Acker verkauft und brachten Geld zu den Aposteln. Es war nicht der ganze Betrag, sie gaben aber vor, es sei alles, was sie erhalten hätten. Petrus durchschaute den Betrug, die Heuchelei. „Ihr hättet doch einen Teil behalten können,“ sagte er. „So habt ihr Gott und den Heiligen Geist belogen.“

Zuerst ist es Ananias, dann Saphira, die so zu Petrus kommen. Beide fallen tot um.

Ist Gott so streng? So hart?

Wir sollten uns kein falsches Bild von Gott machen. Auch wenn Gott Liebe ist, gab es neben Heilungswundern schon immer Strafwunder Gottes. Und zur Vollmacht der Apostel gehörte auch Gemeindezucht.

Zu bedenken ist allerdings auch, dass wir hier noch in der von Petrus in seiner Pfingstpredigt angesprochenen pfingstlichen Phase sind, einer Vorwegnahme der bei Joel 3 angekündigten Zeit mit ihren Wundern und Zeichen – und Gerichten.

Nach dem Gesetz des Mose wurde jeder, der bewusst und willentlich sündigte, streng bestraft und aus dem Volke ausgerottet. Ähnlich strenge Gesetze wird es im sog. tausenjährigen Reich nach dem Wiederkommen Jesu geben. Satan ist gebunden, er kann die Menschen nicht mehr verführen. Es ist Friede und Sicherheit ringsum, das Land ist fruchtbar und bringt reiche Ernte, ein idealer Zustand. Aber leider ist damit das menschliche Herz nicht geändert. Selbst unter diesen gut geordneten Umständen geschieht noch Sünde. Es war wohl Karl Marx, der meinte, dass man nur die Umstände ändern müsse, damit die Menschen anders würden. Hier wird uns gezeigt, dass das menschliche Herz dasselbe bleibt, es sei denn, Jesus verändert es durch den Heiligen Geist zu einem neuen Denken, Fühlen, Wollen.

So werden in dieser Vorschattung des kommenden Königreiches die dann geltenden Gesetze an Ananias und Saphira zur Anwendung gebracht.

Aus der Bibel wissen wir nun weiter, dass am Ende dieser heilsgeschichtlichen Phase Satan noch einmal losgelassen wird und dass es ihm wieder gelingt, ganze Völkerschaften zu verführen. Aber es fällt Feuer vom Himmel und die Feinde Gottes werden vernichtet. „Es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.“ (Offb. 20,9)

Aber Gottes Wege enden nie bei Gericht. Wie sagte einmal jemand:

Gottes Zorn ist die Temperatur seiner Liebe.“

Seine Wege mit der Menschheit haben ein Ziel.

Paulus sagt es uns in Rö. 11, 36:

Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.“ Oder

Gott wird alles in allem sein.“ (1. Kor.15,28)

Ursula Riepe

Ursula Riepe

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Apostelgeschichte 3, 1 – 26: Die Heilung des Gelähmten

Bibelgesprächskreis

Thema: Die Heilung des Gelähmten,

Apostelgeschichte 3, 1 – 26

Dortmund-Asseln, Mai 2012

Ein Gelähmter wird geheilt, jemand, der 40 Jahre alt ist und von Mutterleibe an nicht laufen kann. Seine Muskeln und Sehnen sind verkümmert, nun steht er auf, springt umher, jubelt und lobt Gott. Lukas schreibt davon in der Apostelgeschichte (Apg. 3, 1- 26) und berichtet auch, wie es dazu kam:

Petrus und Johannes gehen zum Tempel, da sitzt an der „schönen“ Pforte eben dieser kranke Mann und bittet um ein Almosen. Petrus antwortet ihm: „Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehauf und geh‘ umher!“ Und er ergreift ihn bei der rechten Hand und richtet ihn auf.

Im Namen Jesu Christi geschieht dieses Wunder also, Petrus wehrt alles Eigenlob sofort ab. Die Menschen, die dabei sind, staunen oder sind erschrocken. Das ist der Einbruch einer anderen Welt in die ihrige. Und sie werden wie schon bei der Pfingstpredigt sogleich konfrontiert mit dem Namen Jesu.

Er ist wahrhaftig auferstanden“, ist die Botschaft des Petrus. „Er, der Fürst des Lebens, den ihr verleugnet habt, an dessen Tod ihr schuldig seid, er lebt und hat dieses Wunder an dem Kranken vollbracht.“

Petrus ruft und mahnt wieder: „Kehrt um zu diesem Jesus, tut Buße, gebt ihm euer Leben. Er ist wirklich der, von dem schon Mose und die Propheten gesprochen haben, und wenn ihr nun umkehrt, kann das messianische Zeitalter mit seinen wunderbaren Verheißungen beginnen“.

Haben sich die Menschen damals rufen lassen? Die Apostelgeschichte berichtet vom Angebot des Heils in Jesus Christus in 28 Kapiteln. Etliche kehrten um, folgten Jesus, aber viele andere?

Was wäre, wenn bei uns heute ein Wunder ähnlicher Art geschähe?

Da müssen wir wohl zuerst einmal sagen, dass wir gegenwärtig in einer anderen Zeit leben.

Pfingsten hatte Petrus Joel 3 zitiert und gesagt, dass nun v o n diesem Geist Wirkungen geschähen. Und in der Tat, die erste Hälfte der Apostelgeschichte ist voller Wunder und Zeichen. Es ist der Ruf Gottes an sein Volke, umzukehren zu einem Leben mit ihm unter seiner Führung und unter seinem Segen.

Aber das Volk lässt sich nicht rufen, jedenfalls nicht die Menge des Volkes. So treten Wunder und Zeichen immer mehr zurück, Israel wird beiseite gestellt und die Zeit der „Heiden“ beginnt. (Römer 9-11). Paulus, der „Lehrer der Nationen“ (1. Tim. 2,7) tritt auf. Seine Botschaft lautet: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen (2. Kor. 5,7 ). Er lässt Trophimus in Milet krank zurück (2. Tim. 4,20) und Timotheus rät er, um seines kranken Magens willen und weil er so oft krank ist, ein wenig Wein zu trinken (1. Tim. 5,23).

Gibt es also heute keine Wunder mehr?

Das kann man nicht sagen. Aber sie geschehen im Allgemeinen nicht mehr, um Glauben zu wecken, sondern weil jemand in Not ist und sich vertrauensvoll an den himmlischen Vater bzw. an Jesus Christus wendet.

Wie mancher durfte da schon Hilfe in Not erfahren, sei es in Krankheit oder irgendeiner

anderen Bedrängnis oder Verlegenheit. Wenn Jesus sogar bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt, so zeigt das, dass er alle unsere Nöte versteht und helfen kann.

Helfen kann

Manchmal brauchen wir Geduld, bis Hilfe kommt, manchmal sagt Gott „nein”. Da ist es sicher ein noch größeres Wunder, wenn Gott Kraft schenkt, dennoch nicht zu verzagen und trotzdem zu vertrauen. So wie mir einmal jemand, dessen Frau unheilbar an Krebs erkrankt war, sagen konnte: „Wir sind trotzdem geborgen.“ Geborgen in der Liebe Gottes.

Damals, nach Pfingsten, rief Gott mit Hilfe von Wundern und Zeichen, wie oft in der Geschichte Israels und eben, weil es bei Joel vorausgesagt war. Der Brief an die Hebräer sagt: „Und Gott hat dazu” – zu den Worten Jesu bzw. der Apostel – „Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ (Hebr. 2, 4). Zeichen und Wunder als Beglaubigung, Bestätigung.

Es gibt allerdings noch eine andere Seite: 2. Thessal. 2, 9 heißt es: „ Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern…, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.“

Auch der Widersacher Gottes versucht, Menschen zu beeindrucken.

Es ist daher wichtig, die Bibel immer besser kennen zu lernen. Nur dann können wir unterscheiden, woher die Hilfe kommt.

Gottes Wunder geschehen heute eigentlich mehr in der Stille und nicht mit großen Spektakeln. Ich möchte da das Wort von Paulus wiederholen: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen.” Gott möchte unser ganzes Herz gewinnen, mit seinem Geist unser ganzes Sein durchdringen. Wunder können, aber müssen nicht sein, um glauben zu können. Sie werden aber dem Glaubenden doch immer wieder geschenkt.

Ursula Riepe

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Bibelgesprächskreis: Die Pfingstpredigt des Apostels Petrus

Da trat Petrus vor sie hin mit den Elfen und erhob seine Stimme…“

So beginnt unser Text und es heißt weiter: „Ihr jüdischen Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das folgende sollt ihr wissen:…“

Und nun spricht Petrus das Geschehen an, das Brausen, die feurigen Zungen, die weiteren Wunder und Zeichen und erklärt es als eine Erfüllung der durch die Propheten über die Jahrhunderte dem Volke Israel gegebenen Verheißungen.

Ja, dem Volke Israel. Hier geschieht nicht die Gründung allgemein der christlichen Gemeinden weltweit, obwohl sie hier ihre Wurzeln hat, es ist zuerst einmal die Erfüllung der Verheißungen an Israel und das bezeichnenderweise an einem speziell jüdischen Fest (Fest der Wochen, 50 Tage nach Passah, Fest der Erstlinge der Ernte – hier Symbol für die erste Frucht der ersten Jesusgläubigen nach seinem Tod und seiner Auferstehung).

Jes. 44,3:

Denn ich werde Wasser gießen auf das Dürftige und auf das Trockene. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deinen Samen und meinen Segen auf deine Sprößlinge.“

Hes. 36,27: „Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Innerstes geben.“

Petrus liest eine andere besonders prägnante Stelle vor, Joel 3, 1-5.

Da steht es, was an Wundern und Zeichen Israel geschenkt werden soll. Allerdings „danach“.

Wenn Prophetien geschehen bzw. geschahen, so gab und gibt es es Teil- und Vorerfüllungen. Schrittweise offenbart Gott oft erst seine Geheimnisse.

Danach“ meint sicher nach der Wiederannahme bzw. Wiederherstellung Israels. Sieht Petrus sie jetzt gegeben?

Zum einen verändert er den Joel-Text und sagt, Gott gibt v o n seinem Geist. Das ist Teilerfüllung.

Zum anderen erklärt er: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme vor dem Angesicht des Herrn“.

Mit Zeit der Erquickung kann in dem Zusammenhang nur die Wiederkunft des Messias gemeint sein und damit die Aufrichtung des von ihm bzw. den Propheten verheißenen Königreiches.

Jedenfalls ruft Petrus mit ganzem Ernst und Eifer zur Buße. Sie, die Juden, haben den ihnen von Gott verheißenen und gesandten Retter, Erlöser durch die Hände der Ungläubigen kreuzigen und töten lassen. Das ist große Schuld. Seine Anklagen sind ernst.

Aber Jesus ist auferstanden, er lebt. Man ziehe Konsequenzen.

Viele taten das. 3000 ließen sich an diesem Tage taufen und wurden „hinzugetan“ zur Schar der Jünger.

Es geschahen noch manche Aufbrüche des Glaubens, Gott ließ Wunder und Wunder geschehen, und doch –

ab Mitte der Apostelgeschichte erfahren wir, dass doch kein endgültiger Durchbruch geschehen ist.

Juden lehnen weiterhin ab. Von den Aposteln hören wir immer weniger, Gott beginnt ein neues Kapitel seiner Wege mit den Menschen.

Paulus tritt auf. Paulus als Sonderbeauftragter für die Nationen mit seiner ihm gegebenen Botschaft der totalen Gnade.

Beim Apostelkonzil hatten ihn die Leiter der Jerusalemer Gemeinde bestätigt, hatten seine Gnadenbotschaft anerkannt und ihm den Auftrag gegeben, zu den Nationen zu gehen .(Apostelgesch. 15 , Gal. 2,9)

Ohne des Gesetztes Werke, allein durch den Glauben“(Rö. 3, 28), war seine Botschaft an die Nationen, die Nichtjuden.

Israel wird noch einmal beiseite gestellt, bis…

ja, bis die von Gott bestimmte Zahl der „Heiden“ sich hat rufen lassen. (Rö. 11,25). Dann endlich wird Gott mit Israel neu beginnen und alle seine Pläne ausführen. Dann endlich wird „die Hütte Davids“ (Amos 9, 11) aufgebaut werden und Israel zum Segen für die Völker werden. (Apg. 15,16 – 17)

Und dann wird wohl auch die Zeit sein, da Petrus seinen ihn vom Herrn (Matth. 16, 19) zugesagten Schlüssel des Himmelreiches kräftig gebrauchen darf.

Bis jetzt war auch da nur Vorerfüllung. Einige Tausend ließen sich Pfingsten und danach rufen, den Samaritanern durfte Petrus die Botschaft vom Heil in Jesus bringen und sie empfingen Heiligen Geist, als er ihnen die Hände auflegte. Im Hause des Kornelius tat er Türen für Jesus auf, dann trat er immer mehr hinter Paulus zurück. Seine Zeit kommt noch.

Sein Schlüsseldienst ist wohl noch in Wartestellung, in einer Zeit des Überganges, bis im Millenium Israel seinen Auftrag an den Völkern ausführen wird.

Wir aber dürfen uns von Paulus rufen und belehren lassen: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Eph. 2, 8-10)

Ursula Riepe (11.10.2009)

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Bibelgesprächskreis

Thema: Weitere Überlegungen zum Brief des Paulus an die Philipper

Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Dortmund-Asseln, 17.05.2011

1. Paulus ringt um die Gemeinde

Mit Vers 17 im 3. Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Philippi nimmt Paulus uns mit hinein in sein Ringen um die Gemeinde.

Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt“. (Elberf. Übersetzung)

Meine Nachahmer“ schreibt er, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass schon einige da sind, die seinem Beispiel folgen. Alle sollten sich letztlich an Paulus orientieren. Und von wem könnte man wohl mehr lernen als von Paulus, wer hat Jesus so erlebt wie er, wer hat eine so radikale Veränderung seines Lebens erfahren?

Wie ihr u n s zum Vorbild habt“, meint wahrscheinlich Timotheus, seinen treuen Begleiter, seinen Sohn nennt er ihn einmal sogar.

Wenn doch alle so mit Jesus leben würden wie er, wie Timotheus und die, die ihn schon zum Vorbild genommen haben!

Einige sind allerdings da, von denen er bekümmert, ja, sogar unter Tränen, sagt: „Ihr Gott ist ihr Bauch, sie sind irdisch gesinnt“. Sie müssen ermahnt und gewarnt werden. Es gibt Gerichte Gottes. Und was verpassen diese Menschen jetzt schon in dieser Weltzeit, welchen inneren Frieden, welche Geborgenheit? Was entgeht ihnen schon hier und jetzt?

Unser Bürgerrecht ist im Himmel“, weiß Paulus. Die „Nachahmer“, die Menschen, die Jesus Christus ihr Leben anvertraut haben und nun ganz auf ihn ausgerichtet sind, haben die Zusage, dass sie schon jetzt zur Himmelswelt gehören und somit jetzt schon den Schutz haben dürfen, der von dort ausgeht, von Gott, dem Allmächtigen.

Bürger fanden im Mittelalter innerhalb der Burgmauern Schutz, wenn Feinde kamen. Luther hat diesen Gedanken in dem Lied verarbeitet, das bis heute bei vielen Menschen bekannt ist: „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Wie gut ist es, um diesen Schutz zu wissen! Zu wissen, dass wir als Christen schon jetzt in einem bewahrten Raum leben dürfen.

2. Kräfte des neuen Lebens

Ein paar Merkmale der Nachfolge spricht Paulus konkret an. Er schreibt seinen Philippern u.a.von Wahrhaftigkeit, Reinheit, Ehrbarkeit, Liebe, Güte, und dass Streitigkeiten bzw. Unstimmigkeiten in der Gemeinde ausgeräumt werden müssen.

Wie hilfreich ist es, dass wir alles Gute nicht selbst „produzieren“ müssen! In den Briefen des Paulus taucht immer wieder auf, dass allein Jesus die Kraft zu einem veränderten Leben schenkt. Im Leben, in der Verbindung mit ihm, geschieht Umgestaltung. Wirken aus eigener Kraft führt zur Selbstgerechtigkeit. „Not struggle“ ,sagt der englische Christ, das heißt, nicht selbst strampeln, sondern sich beschenken lassen, nehmen, was Gott durch den Heiligen Geist in uns tun will.

3. Freude im Herrn

Auch in diesen letzten 4. Kapitel des Philipperbriefes ruft und ermuntert Paulus wieder zur Freude. „Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch!“

Es ist eine ganz tiefe Freude, die in ihm ist, obwohl…, ja,

obwohl er im Gefängnis sitzt, obwohl er verfolgt wurde, geschlagen, in Lebensgefahr gewesen, ja in Damaskus einmal sogar bei Nacht in einem Korb die Mauer (Stadtmauer?) hinab gelassen werden musste, um seinen Verfolgern zu entgehen.

Obwohl er auch eine schwere Krankheit hat, die er immer wieder aushalten muss, und die Gott ihm nicht nimmt, auch wenn er dreimal darum gebeten hat.

4. Sorgen abgeben

Sorget euch um nichts“ ist ein weiterer erstaunlicher Satz in dem Zusammenhang. Schon ein Grund zur Sorge wäre die Frage, ob er lebend das Gefängnis wieder verlassen wird.

In dem Satz heißt es dann weiter: „sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden“.

Wie gehen wir mit unseren Sorgen um? Mit unseren Ängsten?

Da gibt es wohl niemanden, der im persönlichen Leben oder im Blick nach „draußen“ nicht Grund zu Sorge hätte.

Wer hilft mir in meiner Krankheit? Meine Ehe ist nicht so, wie ich sie mit immer vorgestellt habe, meine Kinder machen mit Kummer. Was wird aus meiner Arbeitsstelle? Schaffe ich die nächste Prüfung?

Wird EHEC sich weiter ausbreiten?

Was wird mit den Atomkraftwerken?

Die immer wieder auftretenden Naturkatastrophen machen mir Angst!

Paulus würde uns verstehen. Und er würde uns auf Gott, auf Jesus Christus, hinweisen. Manchmal will die Not uns erdrücken. Es war wohl der bekannte Theologe Gollwitzer, der in einem seiner Bücher – sinngemäß – schrieb: „Manchmal möchte man einfach weglaufen von Gott und es bleibt nichts anderes als hinlaufen zu ihm“. In der Tat, einen anderen Weg gibt es nicht. Gott bzw. Jesus allein kann den Sturm in unserem Inneren zur Ruhe bringen und auf mancherlei Weise helfen.

Manchmal muss man allerdings auf Hilfe warten, manchmal geschieht sie anders, als wir dachten, und manchmal muss eine Not ausgehalten werden. „Das Reich muss uns doch bleiben“ endet Luthers oben erwähntes Lied. Das Reich ist Nähe Gottes und Hoffnung auf ein Leben bei Gott in kommenden Weltzeitaltern. Der Apostel Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Wir haben eine lebendige Hoffnung“. Unser Leben endet bei Christus und nicht in einer vagen Hoffnungslosigkeit.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 1- 14

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 3, Vers 1- 14

1. Freuet euch…

Trotz Gefängnis heißt es für Paulus immer noch und immer wieder: „Freuet euch…“

Er betont, dass es ihm schon fast peinlich ist, immer wieder dasselbe zu sagen, aber diese Wiederholung soll ihnen, seinen Freunden der Philippergemeinde, Sicherheit geben in den Bedrückungen des Alltags, soll ihren Glauben stärken und das Vertrauen auf Jesus Christus festigen.

Was ist Freude, was ist Glück? In unserem Gespräch schien uns Freude in einem tieferen Sinn aus dem Herzen zu kommen, Glück mehr an äußeren Dingen festzumachen.

Für Paulus kommt ganz eindeutig die Freude aus seiner Gottesbeziehung.

Im Buch Nehemia, Kapitel 8, Vers 10 heißt es „ Die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Psalm 16, Vers 11, steht „Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich“. Psalm 34, Vers 6 vermittelt gar: „Die auf ihn sehen werden strahlen vor Freude…“

Jeder Schmerz, jede Not will durchlebt sein, und es bedarf sicher manchmal neben den Worten der Bibel auch menschlichen Zuspruchs, um Gott vertrauen oder gar sich an Gott freuen oder ihn loben zu können. Es ist wichtig, Gott immer besser kennen zu lernen, wirklich den Blick auf ihn, seine Möglichkeiten und Verheißungen zu lenken. „Er gibt Lobgesänge in der Nacht“ (Hiob, Kapitel 35, Vers 10) – in der Nacht der Traurigkeit – kann man dann vielleicht sogar sagen.

2. Eigene Leistung zählt nicht.

In der Auseinandersetzung mit jenen Juden, die immer wieder auf die Beschneidung und menschliche Leistung pochen, stellt Paulus fest, dass alle eigenen Werke, seien es weltliche oder religiöse, vor Gott nicht zählen. Wichtig ist allein die Gnade, die Gott jedem schenkt, der sich ihm bzw. Jesus glaubend anvertraut. Die Schuldfrage bzw. die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes wurde für alle Menschen und alle Zeiten am Kreuz gelöst.

Paulus listet auf, was er Gott alles anzubieten hätte, wenn das jetzt noch wichtig wäre. Er war gebürtiger Jude, gehörte zu dem Stamm Benjamin, gehörte zu der strengen Gemeinschaft der Pharisäer, hatte das Gesetz treulich gehalten und hatte in seinem Eifer für Gott und den rechten Glauben die Jünger bzw. die an Jesus gläubigen Juden mit äußerstem Eifer verfolgt.

Nachdem ihm Jesus vor Damaskus begegnete und eine völlige Umorientierung seines Lebens stattfand, kann er sagen: „Was mir Gewinn war, habe ich um Christi willen für Schaden geachtet…“ (Phil.3,7) und „ich achte es für Kot, auf dass ich Christus gewinne“ (Phil.3,8).

Niemand sonst hat in einem solchen Maße die Dimension der Gnade erfasst wie Paulus. Christus war für ihn die Mitte des Lebens geworden. Auch für Luther hat ja dann später das Wort von der Gnade zu einer befreiten Neuorientierung seines Lebens geführt, als er beim Studium des Briefes an die Römer von der Rettung aus Glauben las. „So halten wir denn dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes werke, allein durch den Glauben“ (Brief an die Römer, Kapitel 3, Vers 28). Werke, um Gottes Wohlwollen zu erlangen, waren für ihn nun erledigt.

3. Glaube ist Hingabe des ganzen Menschen.

Das muss man allerdings sagen, ein bisschen Christsein gibt es nicht. Paulus gebraucht das Bild vom Wettkampf. Dem Ziel jagt man nach mit Einsatz aller Kräfte. Nichts ist mehr so wichtig wie Jesus Christus. Das Leben mit ihm und aus der Kraft, die er dem Gläubigen schenkt, ist zutiefst beglückend – bis hin zu der anfangs erwähnten Freude.

Und dann hören wir von einem Siegespreis. Aber das ist kein Preis, den man durch Werke bekommt, es ist ein Preis, der dem, der sich in Liebe an Jesus hält, zukommt, das Zuhause bei Jesus für alle Zeitalter.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Einige Punkte der letzten 2 Bibelstunden, die hier nicht ausführlich besprochen werden können, die aber Anregungen zu Weiterdenken geben wollen.

1. „ Die Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus (war)“.

Wie war Jesus Christus gesinnt?

Antworten finden wir bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, den sog. 4 Evangelisten, die über die Jahre des öffentlichen Wirkens Jesu in Israel geschrieben haben. Wir hören von seiner Liebe, Weisheit, Güte und Barmherzigkeit. Er war den Menschen nahe, verstand sie und half ihnen, wo er konnte.

Können wir diese Gesinnung auch haben? Wie sieht es bei uns im Herzen oft aus? Da ist wohl niemand, der sagen kann: „Ich bin so, wie ich sein sollte“.

Paulus zeigt uns in seinen Briefen einen Weg, Jesus ähnlich zu werden, wachstümlich zu einem neuen Denken und Tun zu kommen.

2. Brief an die Korinther Kap. 5,Vers 17: „Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“.

Das bereits früher erwähnte Bild von Raupe und Schmetterling zeigt beispielhaft die Veränderung , wie sie durch eine Anbindung an Jesus Christus geschieht.

Auch der Brief an die Galater kann weiterhelfen. In Kap. 5, Vers 22 schreibt Paulus von den Früchten, die im Leben eines Menschen geschehen, der sich auf Jesus ganz einlässt und vom Heiligen Geist geleitet wird: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“. Früchte werden geschenkt. Die Äpfel am Baum lässt ein Höherer wachsen, Frucht des Heiligen Geistes, des Lebens mit Jesus, ist Geschenk bzw. darf erbeten werden.

2. der sog. Christushymnus

Hier wird uns die ganze Größe Jesu vor Augen gestellt. Luther hat diese Worte beeindruckend übersetzt:

„Er, der in göttlicher Gestalt war,
hielt es nicht für einen Raub.
Gott gleich zu sein,
sondern er entäußerte sich selbst
und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich
und der Erscheinung nach
als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben,
der über alle Namen ist,
dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen
aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden
und unter der Erde sind
und alle Zungen bekennen (huldigen, preisen) sollen
dass Jesus Christus der Herr ist
zur Ehre Gottes, des Vaters“.

Diese Verse sprechen eigentlich für sich. Wie gewaltig ist es, dass der Sohn Gottes sich so erniedrigt, dass er in unsere Menschengestalt und Menschenwelt kommt und für uns sich an das Kreuz schlagen lässt und einen qualvollen Tod stirbt!

Aber – die Geschichte geht weiter. Er ist auferstanden. Er lebt. Er kümmert sich um uns. Er ruft und führt und lehrt uns.

Und das Ziel ist die lobende Anbetung aller Menschen aller Zeiten.

Das hier gebrauchte griechische Wort für „bekennen, preisen“ ist das gleiche, das Jesus in Matthäus 11, 25 gebraucht, als er seinen Vater freudig dankt , dass gerade schwache, unbedeutende Menschen seine Botschaft verstehen dürfen.

3. „Arbeitet an der Vollendung Eurer Errettung mit Furcht und Zittern! Gott ist es ja, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.“

Wie soll ich das verstehen? Das ist doch paradox, unlogisch!

Wie auch andere Bibelstellen zeigen, geht es zuerst einmal um die nötige Ehrfurcht Gott, dem Höchsten, gegenüber, dazu um ganzen Einsatz, ganze Hingabe. Das Zittern ist möglicherweise eine bildhafte Formel um den Ernst der Aussage zu unterstreichen. Wenn man allerdings an das Buch der Offenbarung herangeht und die dort angekündigten Gerichte liest, ist Zittern durchaus angesagt.

Andererseits wird das Wirken Gottes betont. „Du musst ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft.“ heißt es in einem Gesangbuchlied. Wir sind gerufen, der Anfang liegt immer bei Gott. Wir erkennen gewöhnlich erst im Laufe der Jahre, dass wir letztlich nur Beschenkte sind, dass Gott es war, der uns fähig und willig machte, ihn bzw. Jesus in unser Leben aufzunehmen. Und Gott wirkt weiter in unser Leben hinein, er gestaltet es neu und führt uns am Ende dahin, dass wir seinen Willen gerne tun.

Nur so können wir auch die Ermahnungen verstehen, die nun folgen: „Tut alles ohne Murren und Zweifelsgedanken, damit ihr (Menschen) werdet ohne Tadel und ohne Falsch, Kinder Gottes ohne Fehl und Makel inmitten verdrehter und verkehrter Zeitgenossen, unter denen ihr leuchtet wie Himmelskörper in der Welt.“

Christsein ist Wachsen und Werden. Wir brauchen dazu allerdings Nahrung. Die finden wir in der Bibel, im Gebet, im Lernen mit anderen Christen bei Predigt und Gespräch. Und was kann es Schöneres geben, dass wir ein Licht sein dürfen für Menschen in ihrer wie auch immer gearteten Lebensnot.

Paulus gibt Ermahnung, aber er zeigt gleichzeitig stets auf, dass die Erfüllungskraft in Jesus liegt. Und doch spricht er auch von seinem Mühen. Er freut sich, dass er an den Philipperchristen sehen kann, dass es nicht vergeblich gewesen ist. Es stärkt ihn auf dem Wege, der – er ahnt es – zum Märtyrertod führt.

Die Bibelzitate sind entnommen:

Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers revidierte Fassung 1984,

Neues Testament übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher Hänssler Verlag 2002

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 1, Vers 12 bis 30

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 1, Vers 12 bis 30

Wem viel vergeben wurde, der liebt viel“ bzw.

wenn nur das Evangelium gefördert wird!“

Wenn nur das Evangelium gefördert wird“, so schreibt Paulus an die Gemeinde in Philippi wahrscheinlich aus seiner ersten Gefangenschaft in Rom etwa um das Jahr 60 nach Christi Geburt.

Es war ein „gemäßigtes“ Gefängnis, in dem er sich befand. Er hatte eine eigene Wohnung, durfte Besucher empfangen, stand aber unter Bewachung römischer Soldaten. Er war nicht frei, nähere Umstände muss man vielleicht in der Zeitgeschichte suchen. Jedenfalls war er nicht in einem Luxushotel, ganz gewiss nicht.

Keine Klage steckt in seinem Brief, sondern er beginnt schon in den ersten Versen des Briefes mit Lob und Dank an Gott und Worten der Liebe für die Philipperchristen.

Und dann schreibt er eben die Worte, dass ihm alles nicht wichtig ist gegenüber der Tatsache, dass seine Bedrängnis der Verbreitung des Evangeliums nützlich ist.

Wie kann er so denken, woher hat er die Kraft? Er hat doch schon viel um seines Glaubens willen aushalten müssen! Im 2. Brief an die Christen in Korinth schreibt er Jahre früher, dass er u.a. 5 mal 39 Stockschläge bekommen hat (40 nach jüdischem Gesetz erlaubt, aber es durften nicht mehr sein, also gab es lieber einen weniger), mehrfach war er im Gefängnis, einmal wurde er sogar gesteinigt.

Und nun wieder Gefangenschaft und kein Wort der Klage ist zu hören. Er freut sich, dass durch sein Leiden das Evangelium gefördert wird. Menschen merken auf, Christen bekommen neuen Mut und die Botschaft des Evangeliums dringt sogar bis in den kaiserlichen Palast.

Wie war es denn in Deutschland zur Zeit Hitlers? Es gab eine Reihe von Menschen, die um ihres Glaubens willen ins Gefängnis kamen, gefoltert und getötet wurden. Der Name Bonhoeffer fällt u.a. ein. Er wurde noch in den letzten Tagen des Krieges im KZ ermordet. Seine Bücher aber rufen und rütteln bis heute auf und ermutigen zur Christus-Nachfolge. Und sein Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag…“ hat Eingang in viele Gesangbücher gefunden und hat schon vielen Menschen neue Kraft gegeben.


Wieder ein Blick auf Paulus – so wurde er als römischer Bürger genannt, Saulus war dagegen sein hebräischer Name: Wer war er eigentlich? Er war Jude und hatte der strengen Glaubensrichtung der Pharisäer gehört und mit großem Eifer diejenigen verfolgt, die nach seinem Kreuzestod und Auferstehung glaubten, dass Jesus wirklich der Christus war, der Messias, der seit hunderten von Jahren von einer Reihe von Propheten immer wieder dem jüdischen Volk angekündigt war als Heiland und Retter der Welt. Saulus glaubte, Gott einen Gefallen zu tun, wenn er diese – wie er meinte Abtrünnigen – vor ein jüdisches Gericht brächte. So hören wir, dass er dabei war, als Stephanus, einer der ersten Christusnachfolger, gesteinigt wurde.

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn“ heißt es Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 9 „und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er die Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe“

Dann geschah etwas. Als er auf dem Wege war, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht und eine Stimme sprach zu ihm: „Saul(us), was verfolgst du m i c h ?“ Sofort merkte Saulus, wer da zu ihm sprach. Er erkannte zutiefst erschrocken, wie falsch sein bisheriges Denken gewesen war. Er hatte nicht nur die Jesusjünger sondern damit auch Jesus verfolgt.

Es waren Menschen da, die ihm weiterhalfen – er war von der Lichterscheinung blind geworden – nun lernte er mit dem Herzen, mit seinem ganzen Sein neu sehen und auch seine Augen wurden geheilt.

Wer viel gesündigt hat, der liebt viel“, so hörte ich vor Tagen einen Menschen sagen, der tief im Drogensumpf gesteckt hatte. Sein Leben schien verpfuscht. Durch Jesus und seine Hilfe, seine Vergebung, seine erneuernde Kraft, war er frei geworden zu einem sinnerfüllten Leben. Er sprach mit großer Freude und Dankbarkeit von dieser seiner Befreiung. Ihm war vergeben, er konnte neu beginnen.

Paulus wird ähnlich gefühlt haben. Sein Leben gehörte jetzt ganz Jesus. Dankbarkeit und Liebe füllten ihn aus. Sein eigenes Leben war ihm nicht mehr wichtig, Jesus war jetzt sein Herr, sein neuer „Chef“, für den er leben und kämpfen wollte

So kann er in dem o.a. Brief weiter schreiben: „Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise.“ Da waren doch wirklich Menschen, die von Jesus sprachen, predigten, aber es auf eine Weise taten, die Paulus als verletzend empfinden musste. Irgendwie spürte er böse Absicht, Neid und Eifersucht. Auch Christen können einander Not machen. Das sollte nicht sein, aber auch als Christ macht man schnell wieder Fehler und man braucht immer wieder Vergebung. Und man lernt. Paulus kann diese Leute ohne Verbitterung aushalten. Er hat Freunde, die für ihn beten und es geht um das Evangelium, Jesus wird bekannt.

Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn“ kann Paulus sagen. Das ist die Realität seines Lebens. Und so kann er erklären, dass er zwar gern schon bei Jesus wäre, aber um der vielen willen, denen er noch von Jesus sagen möchte, ist ihm auch das Leben eine gern angenommene Aufgabe.

Zum Schluss dieses Kapitels geht der Blick Paulus‘ noch einmal zur Gemeinde. Er ermahnt sie, für den Glauben des Evangeliums zu kämpfen und ruft sie auf, tapfer und ohne Angst zu sein, wenn auch sie um ihres Glaubens willen in Verfolgung und Bedrängnis geraten.

Euch wurde das Gnadengeschenk zuteil, für Christus da zu sein – nicht allein an ihn zu glauben sondern auch für ihn zu leiden“ (laut der „Schumacher“-Bibel-Übersetzung). Das mag hart klingen, aber sie wissen auch, dass sie dabei nicht allein sind, nie allein sind. Wie hat doch Jesus im Evangelium des Matthäus Kapitel 28, Vers 18 gesagt?

Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Das galt den Jüngern damals, das gilt den vielen verfolgten Christen unserer Zeit. Das gilt uns, in welcher Not wir uns auch befinden.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 4, Vers 2 – 6

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 4, Vers 2 – 6

Seid beharrlich im Gebet

und wacht in IHM mit Danksagung!

Betet zugleich auch für uns,

dass GOTT uns eine Tür für das Wort auftue

und wir das Geheimnis CHRISTI sagen können,

um dessentwillen ich auch in Fesseln bin,

damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss.

Verhaltet euch weise gegenüber denen,

Die draußen sind, und kauft die Zeit aus.

Eure Rede sei allezeit freundlich

Und mit Salz gewürzt,

dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

Aus der Bibel, Kolosser 4, 2 – 6

Am Ende dieses beeindruckenden Briefes, der die Größe JESU CHRISTI eindringlich betont, beschäftigen wir uns mit den letzten u.E. wichtigen Aussagen:

1. „Seid beharrlich im Gebet „.

Beharrlich heißt ausdauernd. Wir dürfen immer wieder mit derselben Not zu Gott kommen, dürfen IHM „in den Ohren liegen“, allerdings bleibt ER der letztlich Entscheidende. Über unserem Willen und Verlangen und Flehen steht doch SEIN Wille und SEINE Verantwortung.

Von „Danksagung“ ist dabei bei Paulus die Rede. Kann man von Danksagung reden, wenn man von Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze hört?

Vielleicht muss man GOTT näher kennenlernen, um dennoch nicht das Vertrauen in SEINE Weisheit zu verlieren. Ein Hiob konnte sagen „Ich weiß, dass mein ERSTATTER (ERLÖSER) lebt.“ (Hiob 19,25)

Das Gebet des Paulus betraf noch etwas anderes. Er mahnt an, dafür zu beten, dass GOTT „eine Tür des Wortes auftue“. Was ist gemeint? Einmal wohl, dass die gute Nachricht von JESUS CHRISTUS, dem HEILAND und RETTER aller Menschen, immer weiter ausgebreitet werden kann, zum anderen aber, dass die Menschen, die sie hören, sie auch aufnehmen, verstehen bzw. verstehen wollen. Dass GOTT sie innerlich bereit macht.

2. „Das Geheimnis CHRISTI erkennen“

In der Tat ist um die Person JESU CHRISTI manches schwer zu verstehen. Ist er wirklich GOTTES Sohn? Oder doch erst in der Taufe von GOTT zu seinem Sohn mit Spezialauftrag erklärt und berufen worden? Wie kann jemand für die Schuld der ganzen Welt sterben und damit eine Rechtfertigung vor dem heiligen GOTT erwirken?

Da gibt es viele Fragen.

Für Paulus sind das allerdings keine Fragen mehr. Es geht um mehr:

In den vorhergehenden Versen des Briefe wird uns Tieferes vermittelt:

Durch den Glauben (das meint hier, sich IHM anvertrauen) kommen wir in eine andere Lebenswirklichkeit hinein. Wir sind „in CHRISTUS“ und damit quasi eine Neuschöpfung

(2. Korinther 5, 17).

Vielleicht kann man da an Raupe und Schmetterling denken. Die Raupe lebt völlig anders und hat total andere Bedürfnisse als nachher der Schmetterling. Und doch kommt der eine aus dem anderen.

In Johannes 3, 3 spricht JESUS zu dem gelehrten Pharisäer Nikodemus von einer Neugeburt (griech. auch Neuzeugung) und der kluge Mann versteht es nicht.

Geheimnisse muss man zu erkennen versuchen und sie entfalten sich mehr und mehr.

3. Weise sein gegenüber den Menschen, die JESUS CHRISTUS noch nicht erkannt haben.

Das neue Leben mit CHRISTUS will gelebt werden.

Wir haben Aufgaben an unseren Mitmenschen. Was können wir tun? Was sollen wir sagen?

Eure Rede sei mit Salz gewürzt!“ Es geht also nicht um Oberflächlichkeiten, sondern um hilfreiches Aufmerken auf die Not des anderen, verstehen, ein gutes Wort sagen, trösten, vielleicht auch mitfreuen. Von Salz und Licht spricht Jesus einmal. Wir werden gebraucht, und wir dürfen uns von JESUS gebrauchen lassen.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 1, Vers 15 – 23

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Kolosser, Kapitel 1, Vers 15 – 23

Es wurden verschiedene Schwerpunkte im Gespräch bedacht.

1. Christus, das Ebenbild Gottes.

Was ist ein Ebenbild? Körperliche und geistige Gleichheit. Gott ist Geist, dennoch heißt es, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf. Da gibt es Fragen.

Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30)

Wir lernen Jesus in den Evangelien kennen. So lernen wir auch Gott kennen.

2. Jesus Christus, der Sohn Gottes.

Im Psalm 2,7 wird uns gesagt:„Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Gott spricht es zu seinem Sohn vor der Schaffung der Welt.

Menschen und Engel sind geschaffene Wesen. Menschen können Freunde oder Feinde Gottes sein.

Sie können noch mehr sein: Kinder Gottes durch den Glauben und das Geschenk der Wiedergeburt.

(Joh. 3,3 uns 1. Joh.3,1)

3. Durch Jesus ist alles (das All) geschaffen.

Das meint die fernsten Sterne bis hin zu den unbekannten Tiefen der Meere mit ihren z.T. skurrilen Geschöpfen.

Die Schöpferkraft Jesu ist allumfassend. „Am Anfang war das Wort“ (Joh. 1,1-3)

Gott sprach „Es werde Licht!“ (1.Mose 1,3.)

Da ist nicht das Sonnenlicht gemeint, sondern vielmehr Energie, Dynamik.

Gott hat am ersten Schöpfungstag die allgemeine Strahlung, die Grundlage aller Materie, ins Leben gerufen. Materie ist nicht, Materie geschieht.

4. Die Gemeinde, der Leib Christi

Es ist eine unsichtbar Wirklichkeit, die an Christus Glaubenden bilden mit ihm eine Einheit, eine tiefe innere Verbindung. Sie sind Beauftrage für die Welt, die ihre Kraft, ihre Impulse aus der Nähe Jesu nehmen.

5. Er machte Frieden durch sein Blut am Kreuz.

Die Schuldfrage des Menschen wurde durch Jesus geklärt. Der gerechte Gott versöhnte die Welt mit sich (2. Kor. 5,10). Er war nicht unser Feind, die Initiative der Versöhnung ging von ihm aus.

Während auf der Offenbarungsstufe des Alten Testamentes Gesetz und Strafe die Richtschnur waren – auch wenn Gott immer wieder seine Liebe durchblicken ließ – dürfen wir seit Tod und Auferstehung Jesu als Befreite leben, Gnade annehmen .

Das Gesetz sagt: Tue, so wirst du leben (streng dich an, um Gott zu gefallen, ihm recht zu sein)

Die Gnade sagt: Lebe und Du wirst tun (Lebe mit Gott, er will Dich verändern, Dein Denken, Wollen, Tun)

6. Gott verändert uns, wenn wir mit ihm leben.

Das geschieht nicht von heute auf morgen. Es dauert letztlich ein ganzes Leben lang. Ein Wort, das vielleicht einiges erklärt: (Zitat unbek. Verf.) „Ich bat um Liebe und Gott schickte mir schwierige Menschen, damit ich das Lieben lerne.“

Gottes Wege mit denen, die sich ihm anvertraut haben, ist nicht immer einfach. Es kann durch manche Nöte gehen. Aber wir sind nie allein. Und wir sind dennoch geliebt. Und wir haben eine – wie Petrus schreibt (1.Petr. 1, 3) „lebendige Hoffnung“.

Wir sind diesem Leben und den mancherlei Nöten nicht hilflos preisgegeben. Wir haben einen Vater im Himmel, der ein Ziel für uns hat und uns auf dem Weg begleitet.

Ursula Riepe

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