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Apostelgeschichte 3, 1 – 26: Die Heilung des Gelähmten

Bibelgesprächskreis

Thema: Die Heilung des Gelähmten,

Apostelgeschichte 3, 1 – 26

Dortmund-Asseln, Mai 2012

Ein Gelähmter wird geheilt, jemand, der 40 Jahre alt ist und von Mutterleibe an nicht laufen kann. Seine Muskeln und Sehnen sind verkümmert, nun steht er auf, springt umher, jubelt und lobt Gott. Lukas schreibt davon in der Apostelgeschichte (Apg. 3, 1- 26) und berichtet auch, wie es dazu kam:

Petrus und Johannes gehen zum Tempel, da sitzt an der „schönen“ Pforte eben dieser kranke Mann und bittet um ein Almosen. Petrus antwortet ihm: „Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehauf und geh‘ umher!“ Und er ergreift ihn bei der rechten Hand und richtet ihn auf.

Im Namen Jesu Christi geschieht dieses Wunder also, Petrus wehrt alles Eigenlob sofort ab. Die Menschen, die dabei sind, staunen oder sind erschrocken. Das ist der Einbruch einer anderen Welt in die ihrige. Und sie werden wie schon bei der Pfingstpredigt sogleich konfrontiert mit dem Namen Jesu.

Er ist wahrhaftig auferstanden“, ist die Botschaft des Petrus. „Er, der Fürst des Lebens, den ihr verleugnet habt, an dessen Tod ihr schuldig seid, er lebt und hat dieses Wunder an dem Kranken vollbracht.“

Petrus ruft und mahnt wieder: „Kehrt um zu diesem Jesus, tut Buße, gebt ihm euer Leben. Er ist wirklich der, von dem schon Mose und die Propheten gesprochen haben, und wenn ihr nun umkehrt, kann das messianische Zeitalter mit seinen wunderbaren Verheißungen beginnen“.

Haben sich die Menschen damals rufen lassen? Die Apostelgeschichte berichtet vom Angebot des Heils in Jesus Christus in 28 Kapiteln. Etliche kehrten um, folgten Jesus, aber viele andere?

Was wäre, wenn bei uns heute ein Wunder ähnlicher Art geschähe?

Da müssen wir wohl zuerst einmal sagen, dass wir gegenwärtig in einer anderen Zeit leben.

Pfingsten hatte Petrus Joel 3 zitiert und gesagt, dass nun v o n diesem Geist Wirkungen geschähen. Und in der Tat, die erste Hälfte der Apostelgeschichte ist voller Wunder und Zeichen. Es ist der Ruf Gottes an sein Volke, umzukehren zu einem Leben mit ihm unter seiner Führung und unter seinem Segen.

Aber das Volk lässt sich nicht rufen, jedenfalls nicht die Menge des Volkes. So treten Wunder und Zeichen immer mehr zurück, Israel wird beiseite gestellt und die Zeit der „Heiden“ beginnt. (Römer 9-11). Paulus, der „Lehrer der Nationen“ (1. Tim. 2,7) tritt auf. Seine Botschaft lautet: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen (2. Kor. 5,7 ). Er lässt Trophimus in Milet krank zurück (2. Tim. 4,20) und Timotheus rät er, um seines kranken Magens willen und weil er so oft krank ist, ein wenig Wein zu trinken (1. Tim. 5,23).

Gibt es also heute keine Wunder mehr?

Das kann man nicht sagen. Aber sie geschehen im Allgemeinen nicht mehr, um Glauben zu wecken, sondern weil jemand in Not ist und sich vertrauensvoll an den himmlischen Vater bzw. an Jesus Christus wendet.

Wie mancher durfte da schon Hilfe in Not erfahren, sei es in Krankheit oder irgendeiner

anderen Bedrängnis oder Verlegenheit. Wenn Jesus sogar bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt, so zeigt das, dass er alle unsere Nöte versteht und helfen kann.

Helfen kann

Manchmal brauchen wir Geduld, bis Hilfe kommt, manchmal sagt Gott „nein”. Da ist es sicher ein noch größeres Wunder, wenn Gott Kraft schenkt, dennoch nicht zu verzagen und trotzdem zu vertrauen. So wie mir einmal jemand, dessen Frau unheilbar an Krebs erkrankt war, sagen konnte: „Wir sind trotzdem geborgen.“ Geborgen in der Liebe Gottes.

Damals, nach Pfingsten, rief Gott mit Hilfe von Wundern und Zeichen, wie oft in der Geschichte Israels und eben, weil es bei Joel vorausgesagt war. Der Brief an die Hebräer sagt: „Und Gott hat dazu” – zu den Worten Jesu bzw. der Apostel – „Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ (Hebr. 2, 4). Zeichen und Wunder als Beglaubigung, Bestätigung.

Es gibt allerdings noch eine andere Seite: 2. Thessal. 2, 9 heißt es: „ Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern…, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.“

Auch der Widersacher Gottes versucht, Menschen zu beeindrucken.

Es ist daher wichtig, die Bibel immer besser kennen zu lernen. Nur dann können wir unterscheiden, woher die Hilfe kommt.

Gottes Wunder geschehen heute eigentlich mehr in der Stille und nicht mit großen Spektakeln. Ich möchte da das Wort von Paulus wiederholen: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen.” Gott möchte unser ganzes Herz gewinnen, mit seinem Geist unser ganzes Sein durchdringen. Wunder können, aber müssen nicht sein, um glauben zu können. Sie werden aber dem Glaubenden doch immer wieder geschenkt.

Ursula Riepe

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http://asselner.gemeinde-inter.net/2012_05_22_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Bibelgesprächskreis: Die Pfingstpredigt des Apostels Petrus

Da trat Petrus vor sie hin mit den Elfen und erhob seine Stimme…“

So beginnt unser Text und es heißt weiter: „Ihr jüdischen Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das folgende sollt ihr wissen:…“

Und nun spricht Petrus das Geschehen an, das Brausen, die feurigen Zungen, die weiteren Wunder und Zeichen und erklärt es als eine Erfüllung der durch die Propheten über die Jahrhunderte dem Volke Israel gegebenen Verheißungen.

Ja, dem Volke Israel. Hier geschieht nicht die Gründung allgemein der christlichen Gemeinden weltweit, obwohl sie hier ihre Wurzeln hat, es ist zuerst einmal die Erfüllung der Verheißungen an Israel und das bezeichnenderweise an einem speziell jüdischen Fest (Fest der Wochen, 50 Tage nach Passah, Fest der Erstlinge der Ernte – hier Symbol für die erste Frucht der ersten Jesusgläubigen nach seinem Tod und seiner Auferstehung).

Jes. 44,3:

Denn ich werde Wasser gießen auf das Dürftige und auf das Trockene. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deinen Samen und meinen Segen auf deine Sprößlinge.“

Hes. 36,27: „Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Innerstes geben.“

Petrus liest eine andere besonders prägnante Stelle vor, Joel 3, 1-5.

Da steht es, was an Wundern und Zeichen Israel geschenkt werden soll. Allerdings „danach“.

Wenn Prophetien geschehen bzw. geschahen, so gab und gibt es es Teil- und Vorerfüllungen. Schrittweise offenbart Gott oft erst seine Geheimnisse.

Danach“ meint sicher nach der Wiederannahme bzw. Wiederherstellung Israels. Sieht Petrus sie jetzt gegeben?

Zum einen verändert er den Joel-Text und sagt, Gott gibt v o n seinem Geist. Das ist Teilerfüllung.

Zum anderen erklärt er: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme vor dem Angesicht des Herrn“.

Mit Zeit der Erquickung kann in dem Zusammenhang nur die Wiederkunft des Messias gemeint sein und damit die Aufrichtung des von ihm bzw. den Propheten verheißenen Königreiches.

Jedenfalls ruft Petrus mit ganzem Ernst und Eifer zur Buße. Sie, die Juden, haben den ihnen von Gott verheißenen und gesandten Retter, Erlöser durch die Hände der Ungläubigen kreuzigen und töten lassen. Das ist große Schuld. Seine Anklagen sind ernst.

Aber Jesus ist auferstanden, er lebt. Man ziehe Konsequenzen.

Viele taten das. 3000 ließen sich an diesem Tage taufen und wurden „hinzugetan“ zur Schar der Jünger.

Es geschahen noch manche Aufbrüche des Glaubens, Gott ließ Wunder und Wunder geschehen, und doch –

ab Mitte der Apostelgeschichte erfahren wir, dass doch kein endgültiger Durchbruch geschehen ist.

Juden lehnen weiterhin ab. Von den Aposteln hören wir immer weniger, Gott beginnt ein neues Kapitel seiner Wege mit den Menschen.

Paulus tritt auf. Paulus als Sonderbeauftragter für die Nationen mit seiner ihm gegebenen Botschaft der totalen Gnade.

Beim Apostelkonzil hatten ihn die Leiter der Jerusalemer Gemeinde bestätigt, hatten seine Gnadenbotschaft anerkannt und ihm den Auftrag gegeben, zu den Nationen zu gehen .(Apostelgesch. 15 , Gal. 2,9)

Ohne des Gesetztes Werke, allein durch den Glauben“(Rö. 3, 28), war seine Botschaft an die Nationen, die Nichtjuden.

Israel wird noch einmal beiseite gestellt, bis…

ja, bis die von Gott bestimmte Zahl der „Heiden“ sich hat rufen lassen. (Rö. 11,25). Dann endlich wird Gott mit Israel neu beginnen und alle seine Pläne ausführen. Dann endlich wird „die Hütte Davids“ (Amos 9, 11) aufgebaut werden und Israel zum Segen für die Völker werden. (Apg. 15,16 – 17)

Und dann wird wohl auch die Zeit sein, da Petrus seinen ihn vom Herrn (Matth. 16, 19) zugesagten Schlüssel des Himmelreiches kräftig gebrauchen darf.

Bis jetzt war auch da nur Vorerfüllung. Einige Tausend ließen sich Pfingsten und danach rufen, den Samaritanern durfte Petrus die Botschaft vom Heil in Jesus bringen und sie empfingen Heiligen Geist, als er ihnen die Hände auflegte. Im Hause des Kornelius tat er Türen für Jesus auf, dann trat er immer mehr hinter Paulus zurück. Seine Zeit kommt noch.

Sein Schlüsseldienst ist wohl noch in Wartestellung, in einer Zeit des Überganges, bis im Millenium Israel seinen Auftrag an den Völkern ausführen wird.

Wir aber dürfen uns von Paulus rufen und belehren lassen: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Eph. 2, 8-10)

Ursula Riepe (11.10.2009)

Ursula Riepe

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