Kategorie-Archiv: Gemeindeprofil

Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Bibelgesprächskreis

Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11

Thema: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Dortmund-Asseln, Juni 2012

A. Verfolgung und Bedrohung (Apg. 4,1 – 4,31)

Das Thema unseres letzten Bibelgespräches (siehe auch: http://asselner.gemeinde-inter.net/2012/05/22/apostelgeschichte-3-1-26-die-heilung-des-gelaehmten) war das Wunder an einem Mann, 40 Jahre alt, der von Mutterleibe an gelähmt gewesen war. Petrus und Johannes begegneten ihm an der sog. „schönen“ Tür des Tempels und Petrus durfte ihn in apostolischer Vollmacht heilen.

Der Gelähmte ist geheilt, aber nun geht Verfolgung los.

Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“, hat Jesus schon in Joh.15, 20 zu seinen Jüngern gesagt. Das müssen Petrus und Johannes nun erfahren.

Der Tempelhauptmann, die Priester und Sadduzäer treten vor und stecken sie über Nacht ins Gefängnis.

Es ist ja für diese Oberen des jüdischen Volkes eine unerhörte Herausforderung, aus dem Munde der Apostel immer wieder zu hören: „Jesus ist der verheißene Messias, er ist wirklich auferstanden, er ist der, von dem schon die Propheten gesagt haben.“ Und auch: „In seinem Namen ist das Wunder an dem Gelähmten geschehen.“

Unter Drohen verbietet man Petrus und Johannes, weiter von Jesus zu reden und zu lehren. Petrus und Johannes aber antworten: „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott? Wir können`s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg. 4, 19 u. 20)

Die Oberen der Juden lassen sie gehen

Die junge Gemeinde ist in einer Notsituation.

Da kann nur Gott helfen.

Petrus und Johannes und die, die ihnen nahe stehen, kommen zum Gebet zusammen.

Und es fällt ihnen der zweite Psalm ein, den David ca. 1000 Jahre vorher geschrieben hat und der eben solch eine Situation anspricht. In Anlehnung daran sprechen sie die betreffenden Verse vor Gott aus mit der dringenden Bitte um seine Hilfe (Ps. 2, 1. u. 2):

Warum toben die Heiden und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Gesalbten.“ (Mit „Heiden“ sind sicherlich die Römer gemeint, bei „Völker“ ist wohl an die verschiedenen Völkerschaften Israels zu denken, Könige und Fürsten sind die jeweils Oberen)

Und weiter rufen sie:

Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels. …. Und nun, Herr, sieh ihr Drohen an und gib deinen Knechten mit aller Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus, dass Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.“ (Apg. 4, 27-30)

Die Stätte bebte, heißt es, und sie wurden mit Heiligem Geist erfüllt und redeten mit Freimut das Wort von Jesus. Wie wir später hören, bestätigte Gott auch durch Wunder und Zeichen weiter ihren Dienst.

B. Heuchelei in der Gemeinde (Apg.4,32 – 5,11)

Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“, heißt es Apg. 4,32.

Es war niemand mehr unter ihnen, der Not litt. Sie teilten ihren Besitz, verkauften sogar Äcker um einander zu helfen. Das erlöste Geld brachten sie den Aposteln, die es verwalteten.

Ananias und Saphira hatten auch einen Acker verkauft und brachten Geld zu den Aposteln. Es war nicht der ganze Betrag, sie gaben aber vor, es sei alles, was sie erhalten hätten. Petrus durchschaute den Betrug, die Heuchelei. „Ihr hättet doch einen Teil behalten können,“ sagte er. „So habt ihr Gott und den Heiligen Geist belogen.“

Zuerst ist es Ananias, dann Saphira, die so zu Petrus kommen. Beide fallen tot um.

Ist Gott so streng? So hart?

Wir sollten uns kein falsches Bild von Gott machen. Auch wenn Gott Liebe ist, gab es neben Heilungswundern schon immer Strafwunder Gottes. Und zur Vollmacht der Apostel gehörte auch Gemeindezucht.

Zu bedenken ist allerdings auch, dass wir hier noch in der von Petrus in seiner Pfingstpredigt angesprochenen pfingstlichen Phase sind, einer Vorwegnahme der bei Joel 3 angekündigten Zeit mit ihren Wundern und Zeichen – und Gerichten.

Nach dem Gesetz des Mose wurde jeder, der bewusst und willentlich sündigte, streng bestraft und aus dem Volke ausgerottet. Ähnlich strenge Gesetze wird es im sog. tausenjährigen Reich nach dem Wiederkommen Jesu geben. Satan ist gebunden, er kann die Menschen nicht mehr verführen. Es ist Friede und Sicherheit ringsum, das Land ist fruchtbar und bringt reiche Ernte, ein idealer Zustand. Aber leider ist damit das menschliche Herz nicht geändert. Selbst unter diesen gut geordneten Umständen geschieht noch Sünde. Es war wohl Karl Marx, der meinte, dass man nur die Umstände ändern müsse, damit die Menschen anders würden. Hier wird uns gezeigt, dass das menschliche Herz dasselbe bleibt, es sei denn, Jesus verändert es durch den Heiligen Geist zu einem neuen Denken, Fühlen, Wollen.

So werden in dieser Vorschattung des kommenden Königreiches die dann geltenden Gesetze an Ananias und Saphira zur Anwendung gebracht.

Aus der Bibel wissen wir nun weiter, dass am Ende dieser heilsgeschichtlichen Phase Satan noch einmal losgelassen wird und dass es ihm wieder gelingt, ganze Völkerschaften zu verführen. Aber es fällt Feuer vom Himmel und die Feinde Gottes werden vernichtet. „Es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.“ (Offb. 20,9)

Aber Gottes Wege enden nie bei Gericht. Wie sagte einmal jemand:

Gottes Zorn ist die Temperatur seiner Liebe.“

Seine Wege mit der Menschheit haben ein Ziel.

Paulus sagt es uns in Rö. 11, 36:

Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.“ Oder

Gott wird alles in allem sein.“ (1. Kor.15,28)

Ursula Riepe

Ursula Riepe

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Daniella hat es geschafft!

Nach der OP: Daniella kann wieder unbeschwert spielen!

Nach der OP: Daniella kann wieder unbeschwert spielen! Foto: Copyright © & Urheberrechte: Silvio Ströver

Bis zum letzten Augenblick haben die Eltern von Daniella gehofft, dass noch ein Wunder geschieht. Ihr schmerzfreies, fröhliches, gesund aussehendes Kind – zur OP zuzulassen, konnten sie allerdings nur schwer ertragen. Doch der Tumor hinter dem rechten Auge wurde als aktiv und zunehmend eingestuft.
Im Elternhaus krebskranker Kinder lernten sie dann eine junge Familie kennen, deren Sohn auch ein Retinoplastom im fortgeschrittenen Stadium hat.  „Was ist ein Auge im Verhältnis zum Leben eines Kindes?“ fragten sie Daniellas Eltern.
Am 26.08. wurde Daniella operiert. Nach zwei Tagen war das Schlimmste überstanden. Während die Eltern in tiefer Sorge vor der Zukunft ihres Kindes verharrten, wendete sich Daniella dem Leben zu. Ohne Schwierigkeiten bewegte sie sich wie selbstverständlich. Wir konnten nur staunen. Resolut und zielstrebig dirigierte sie ihre Eltern und ihre neuen deutschen Großmütter im Spiel. Nach einigen Tagen kam dann der histologische Befund:
Keine Metastasen, kein Anhaltspunkt für weitere Tumore! Freudentränen bei allen Beteiligten. Seit Donnerstag hat Daniella nun ein neues Auge genauso grünbraun wie das Linke. Unter Schreien wurde es angepasst und bereits im nächsten Augenblick von der kleinen Patientin im Spiegel bewundert. Daniella ist eine kleine Persönlichkeit und hat ihr „Leben im Griff“.
Dankbarkeit, die keine Grenzen findet, erfüllt nun die Herzen der Eltern. Dankbarkeit, die kaum Worte findet, das auszudrücken, was ihr Herz sagen möchte. Das Leben ihres Kindes wurde den Eltern, liebe Spenderinnen und Spender, mit Ihrer Hilfe neu geschenkt. Ohne Ihre Zuwendung hätte es keine OP in Deutschland gegeben! Am 10.09. ist Daniella mit Ihren Eltern in die Ukraine geflogen. Dort erwartet sie sehnsüchtig der große Bruder Andruscha, viereinhalb Jahre alt. Nach fünf Wochen werden Vater und Tochter zur medizinischen Kontrolle nach Deutschland kommen. Dann wird Daniellas provisorische Augenprothese wie geplant durch eine neue ersetzt. In den nächsten 5 Jahren wird Daniella regelmäßig in der Essener Uni-Klinik medizinisch betreut.

Abflug am Dortmunder Flughafen: Daniella und ihre Eltern freuen sich auf ihr Zuhause!

Abflug am Dortmunder Flughafen: Daniella und ihre Eltern freuen sich auf ihr Zuhause! Foto: Copyright © & Urheberrechte: Silvio Ströver

Auch ich möchte mich bei Ihnen als Organisatorin von „Hilfe für die Erben von Tschernobyl“ ganz herzlich für Ihre Gebete und finanzielle Hilfe bedanken und wünsche Ihnen Gottes Segen!

Erika Ströver

Spendenaufruf für Daniella

Hier geht es zum Artikel:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-unna-kamen-bergkamen-holzwickede-und-boenen/25-jahre-nach-tschernobyl-braucht-daniella-hilfe-id4941967.html

Spendenaufruf

Daniella braucht Ihre Hilfe!

Daniella braucht Ihre Hilfe!

Daniella ist 2 Jahre alt und wohnt mit ihren Eltern in der Ukraine. Vor einigen Monaten veränderte sich das rechte Auge des kleinen Mädchens. Die besorgte Mutter recherchierte im Internet und stellte erschrocken fest, dass die Symptome auf ein Retinoblastom – ein bösartiger Tumor an der Augennetzhaut – hinwiesen.

In einer Augenklinik in Odessa wurde die Diagnose dann von den behandelnden Ärzten bestätigt. Durch eine falsch angesetzte Spritze spaltete sich der Tumor. Mit dem Hinweis, dass er nicht mehr operabel sei, wurde das Kind entlassen.
In ihrer Verzweiflung buchten die Eltern von ihren letzten Ersparnissen einen Flug nach Deutschland.

In der Essener Uniklinik wurde die Diagnose bestätigt und dringend zur OP geraten.
Gesamtkosten mit Nachversorgung: 20.000 Euro.

Am 23.08.11 ist der nächste Termin in Essen und der OP-Termin wird festgelegt.
Eine Hilfsorganisation hat sich bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.
Wir suchen nun Menschen,  die bereit sind,  Daniella mit einer Spende eine Lebenschance zu geben:

(…)

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar

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Zurzeit ist Daniella mit einer kleinen Gruppe krebskranker Kinder und ihren Müttern zur Erholung in Dortmund.

Ansprechpartnerin:

Erika Ströver

Tel.: 0231 – 27 86 45, Email: e_stroever@web.de

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Spendenaufruf als Pdf-Datei downloaden und aushängen:

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Weitere Blogbeiträge zur Tschernobylarbeit:

http://asselner.gemeinde-inter.net/category/tschernobylarbeit/

Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Bibelgesprächskreis

Thema: Weitere Überlegungen zum Brief des Paulus an die Philipper

Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Dortmund-Asseln, 17.05.2011

1. Paulus ringt um die Gemeinde

Mit Vers 17 im 3. Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Philippi nimmt Paulus uns mit hinein in sein Ringen um die Gemeinde.

Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt“. (Elberf. Übersetzung)

Meine Nachahmer“ schreibt er, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass schon einige da sind, die seinem Beispiel folgen. Alle sollten sich letztlich an Paulus orientieren. Und von wem könnte man wohl mehr lernen als von Paulus, wer hat Jesus so erlebt wie er, wer hat eine so radikale Veränderung seines Lebens erfahren?

Wie ihr u n s zum Vorbild habt“, meint wahrscheinlich Timotheus, seinen treuen Begleiter, seinen Sohn nennt er ihn einmal sogar.

Wenn doch alle so mit Jesus leben würden wie er, wie Timotheus und die, die ihn schon zum Vorbild genommen haben!

Einige sind allerdings da, von denen er bekümmert, ja, sogar unter Tränen, sagt: „Ihr Gott ist ihr Bauch, sie sind irdisch gesinnt“. Sie müssen ermahnt und gewarnt werden. Es gibt Gerichte Gottes. Und was verpassen diese Menschen jetzt schon in dieser Weltzeit, welchen inneren Frieden, welche Geborgenheit? Was entgeht ihnen schon hier und jetzt?

Unser Bürgerrecht ist im Himmel“, weiß Paulus. Die „Nachahmer“, die Menschen, die Jesus Christus ihr Leben anvertraut haben und nun ganz auf ihn ausgerichtet sind, haben die Zusage, dass sie schon jetzt zur Himmelswelt gehören und somit jetzt schon den Schutz haben dürfen, der von dort ausgeht, von Gott, dem Allmächtigen.

Bürger fanden im Mittelalter innerhalb der Burgmauern Schutz, wenn Feinde kamen. Luther hat diesen Gedanken in dem Lied verarbeitet, das bis heute bei vielen Menschen bekannt ist: „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Wie gut ist es, um diesen Schutz zu wissen! Zu wissen, dass wir als Christen schon jetzt in einem bewahrten Raum leben dürfen.

2. Kräfte des neuen Lebens

Ein paar Merkmale der Nachfolge spricht Paulus konkret an. Er schreibt seinen Philippern u.a.von Wahrhaftigkeit, Reinheit, Ehrbarkeit, Liebe, Güte, und dass Streitigkeiten bzw. Unstimmigkeiten in der Gemeinde ausgeräumt werden müssen.

Wie hilfreich ist es, dass wir alles Gute nicht selbst „produzieren“ müssen! In den Briefen des Paulus taucht immer wieder auf, dass allein Jesus die Kraft zu einem veränderten Leben schenkt. Im Leben, in der Verbindung mit ihm, geschieht Umgestaltung. Wirken aus eigener Kraft führt zur Selbstgerechtigkeit. „Not struggle“ ,sagt der englische Christ, das heißt, nicht selbst strampeln, sondern sich beschenken lassen, nehmen, was Gott durch den Heiligen Geist in uns tun will.

3. Freude im Herrn

Auch in diesen letzten 4. Kapitel des Philipperbriefes ruft und ermuntert Paulus wieder zur Freude. „Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch!“

Es ist eine ganz tiefe Freude, die in ihm ist, obwohl…, ja,

obwohl er im Gefängnis sitzt, obwohl er verfolgt wurde, geschlagen, in Lebensgefahr gewesen, ja in Damaskus einmal sogar bei Nacht in einem Korb die Mauer (Stadtmauer?) hinab gelassen werden musste, um seinen Verfolgern zu entgehen.

Obwohl er auch eine schwere Krankheit hat, die er immer wieder aushalten muss, und die Gott ihm nicht nimmt, auch wenn er dreimal darum gebeten hat.

4. Sorgen abgeben

Sorget euch um nichts“ ist ein weiterer erstaunlicher Satz in dem Zusammenhang. Schon ein Grund zur Sorge wäre die Frage, ob er lebend das Gefängnis wieder verlassen wird.

In dem Satz heißt es dann weiter: „sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden“.

Wie gehen wir mit unseren Sorgen um? Mit unseren Ängsten?

Da gibt es wohl niemanden, der im persönlichen Leben oder im Blick nach „draußen“ nicht Grund zu Sorge hätte.

Wer hilft mir in meiner Krankheit? Meine Ehe ist nicht so, wie ich sie mit immer vorgestellt habe, meine Kinder machen mit Kummer. Was wird aus meiner Arbeitsstelle? Schaffe ich die nächste Prüfung?

Wird EHEC sich weiter ausbreiten?

Was wird mit den Atomkraftwerken?

Die immer wieder auftretenden Naturkatastrophen machen mir Angst!

Paulus würde uns verstehen. Und er würde uns auf Gott, auf Jesus Christus, hinweisen. Manchmal will die Not uns erdrücken. Es war wohl der bekannte Theologe Gollwitzer, der in einem seiner Bücher – sinngemäß – schrieb: „Manchmal möchte man einfach weglaufen von Gott und es bleibt nichts anderes als hinlaufen zu ihm“. In der Tat, einen anderen Weg gibt es nicht. Gott bzw. Jesus allein kann den Sturm in unserem Inneren zur Ruhe bringen und auf mancherlei Weise helfen.

Manchmal muss man allerdings auf Hilfe warten, manchmal geschieht sie anders, als wir dachten, und manchmal muss eine Not ausgehalten werden. „Das Reich muss uns doch bleiben“ endet Luthers oben erwähntes Lied. Das Reich ist Nähe Gottes und Hoffnung auf ein Leben bei Gott in kommenden Weltzeitaltern. Der Apostel Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Wir haben eine lebendige Hoffnung“. Unser Leben endet bei Christus und nicht in einer vagen Hoffnungslosigkeit.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 1- 14

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 3, Vers 1- 14

1. Freuet euch…

Trotz Gefängnis heißt es für Paulus immer noch und immer wieder: „Freuet euch…“

Er betont, dass es ihm schon fast peinlich ist, immer wieder dasselbe zu sagen, aber diese Wiederholung soll ihnen, seinen Freunden der Philippergemeinde, Sicherheit geben in den Bedrückungen des Alltags, soll ihren Glauben stärken und das Vertrauen auf Jesus Christus festigen.

Was ist Freude, was ist Glück? In unserem Gespräch schien uns Freude in einem tieferen Sinn aus dem Herzen zu kommen, Glück mehr an äußeren Dingen festzumachen.

Für Paulus kommt ganz eindeutig die Freude aus seiner Gottesbeziehung.

Im Buch Nehemia, Kapitel 8, Vers 10 heißt es „ Die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Psalm 16, Vers 11, steht „Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich“. Psalm 34, Vers 6 vermittelt gar: „Die auf ihn sehen werden strahlen vor Freude…“

Jeder Schmerz, jede Not will durchlebt sein, und es bedarf sicher manchmal neben den Worten der Bibel auch menschlichen Zuspruchs, um Gott vertrauen oder gar sich an Gott freuen oder ihn loben zu können. Es ist wichtig, Gott immer besser kennen zu lernen, wirklich den Blick auf ihn, seine Möglichkeiten und Verheißungen zu lenken. „Er gibt Lobgesänge in der Nacht“ (Hiob, Kapitel 35, Vers 10) – in der Nacht der Traurigkeit – kann man dann vielleicht sogar sagen.

2. Eigene Leistung zählt nicht.

In der Auseinandersetzung mit jenen Juden, die immer wieder auf die Beschneidung und menschliche Leistung pochen, stellt Paulus fest, dass alle eigenen Werke, seien es weltliche oder religiöse, vor Gott nicht zählen. Wichtig ist allein die Gnade, die Gott jedem schenkt, der sich ihm bzw. Jesus glaubend anvertraut. Die Schuldfrage bzw. die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes wurde für alle Menschen und alle Zeiten am Kreuz gelöst.

Paulus listet auf, was er Gott alles anzubieten hätte, wenn das jetzt noch wichtig wäre. Er war gebürtiger Jude, gehörte zu dem Stamm Benjamin, gehörte zu der strengen Gemeinschaft der Pharisäer, hatte das Gesetz treulich gehalten und hatte in seinem Eifer für Gott und den rechten Glauben die Jünger bzw. die an Jesus gläubigen Juden mit äußerstem Eifer verfolgt.

Nachdem ihm Jesus vor Damaskus begegnete und eine völlige Umorientierung seines Lebens stattfand, kann er sagen: „Was mir Gewinn war, habe ich um Christi willen für Schaden geachtet…“ (Phil.3,7) und „ich achte es für Kot, auf dass ich Christus gewinne“ (Phil.3,8).

Niemand sonst hat in einem solchen Maße die Dimension der Gnade erfasst wie Paulus. Christus war für ihn die Mitte des Lebens geworden. Auch für Luther hat ja dann später das Wort von der Gnade zu einer befreiten Neuorientierung seines Lebens geführt, als er beim Studium des Briefes an die Römer von der Rettung aus Glauben las. „So halten wir denn dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes werke, allein durch den Glauben“ (Brief an die Römer, Kapitel 3, Vers 28). Werke, um Gottes Wohlwollen zu erlangen, waren für ihn nun erledigt.

3. Glaube ist Hingabe des ganzen Menschen.

Das muss man allerdings sagen, ein bisschen Christsein gibt es nicht. Paulus gebraucht das Bild vom Wettkampf. Dem Ziel jagt man nach mit Einsatz aller Kräfte. Nichts ist mehr so wichtig wie Jesus Christus. Das Leben mit ihm und aus der Kraft, die er dem Gläubigen schenkt, ist zutiefst beglückend – bis hin zu der anfangs erwähnten Freude.

Und dann hören wir von einem Siegespreis. Aber das ist kein Preis, den man durch Werke bekommt, es ist ein Preis, der dem, der sich in Liebe an Jesus hält, zukommt, das Zuhause bei Jesus für alle Zeitalter.

Ursula Riepe

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Einige Punkte der letzten 2 Bibelstunden, die hier nicht ausführlich besprochen werden können, die aber Anregungen zu Weiterdenken geben wollen.

1. „ Die Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus (war)“.

Wie war Jesus Christus gesinnt?

Antworten finden wir bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, den sog. 4 Evangelisten, die über die Jahre des öffentlichen Wirkens Jesu in Israel geschrieben haben. Wir hören von seiner Liebe, Weisheit, Güte und Barmherzigkeit. Er war den Menschen nahe, verstand sie und half ihnen, wo er konnte.

Können wir diese Gesinnung auch haben? Wie sieht es bei uns im Herzen oft aus? Da ist wohl niemand, der sagen kann: „Ich bin so, wie ich sein sollte“.

Paulus zeigt uns in seinen Briefen einen Weg, Jesus ähnlich zu werden, wachstümlich zu einem neuen Denken und Tun zu kommen.

2. Brief an die Korinther Kap. 5,Vers 17: „Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“.

Das bereits früher erwähnte Bild von Raupe und Schmetterling zeigt beispielhaft die Veränderung , wie sie durch eine Anbindung an Jesus Christus geschieht.

Auch der Brief an die Galater kann weiterhelfen. In Kap. 5, Vers 22 schreibt Paulus von den Früchten, die im Leben eines Menschen geschehen, der sich auf Jesus ganz einlässt und vom Heiligen Geist geleitet wird: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“. Früchte werden geschenkt. Die Äpfel am Baum lässt ein Höherer wachsen, Frucht des Heiligen Geistes, des Lebens mit Jesus, ist Geschenk bzw. darf erbeten werden.

2. der sog. Christushymnus

Hier wird uns die ganze Größe Jesu vor Augen gestellt. Luther hat diese Worte beeindruckend übersetzt:

„Er, der in göttlicher Gestalt war,
hielt es nicht für einen Raub.
Gott gleich zu sein,
sondern er entäußerte sich selbst
und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich
und der Erscheinung nach
als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben,
der über alle Namen ist,
dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen
aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden
und unter der Erde sind
und alle Zungen bekennen (huldigen, preisen) sollen
dass Jesus Christus der Herr ist
zur Ehre Gottes, des Vaters“.

Diese Verse sprechen eigentlich für sich. Wie gewaltig ist es, dass der Sohn Gottes sich so erniedrigt, dass er in unsere Menschengestalt und Menschenwelt kommt und für uns sich an das Kreuz schlagen lässt und einen qualvollen Tod stirbt!

Aber – die Geschichte geht weiter. Er ist auferstanden. Er lebt. Er kümmert sich um uns. Er ruft und führt und lehrt uns.

Und das Ziel ist die lobende Anbetung aller Menschen aller Zeiten.

Das hier gebrauchte griechische Wort für „bekennen, preisen“ ist das gleiche, das Jesus in Matthäus 11, 25 gebraucht, als er seinen Vater freudig dankt , dass gerade schwache, unbedeutende Menschen seine Botschaft verstehen dürfen.

3. „Arbeitet an der Vollendung Eurer Errettung mit Furcht und Zittern! Gott ist es ja, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.“

Wie soll ich das verstehen? Das ist doch paradox, unlogisch!

Wie auch andere Bibelstellen zeigen, geht es zuerst einmal um die nötige Ehrfurcht Gott, dem Höchsten, gegenüber, dazu um ganzen Einsatz, ganze Hingabe. Das Zittern ist möglicherweise eine bildhafte Formel um den Ernst der Aussage zu unterstreichen. Wenn man allerdings an das Buch der Offenbarung herangeht und die dort angekündigten Gerichte liest, ist Zittern durchaus angesagt.

Andererseits wird das Wirken Gottes betont. „Du musst ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft.“ heißt es in einem Gesangbuchlied. Wir sind gerufen, der Anfang liegt immer bei Gott. Wir erkennen gewöhnlich erst im Laufe der Jahre, dass wir letztlich nur Beschenkte sind, dass Gott es war, der uns fähig und willig machte, ihn bzw. Jesus in unser Leben aufzunehmen. Und Gott wirkt weiter in unser Leben hinein, er gestaltet es neu und führt uns am Ende dahin, dass wir seinen Willen gerne tun.

Nur so können wir auch die Ermahnungen verstehen, die nun folgen: „Tut alles ohne Murren und Zweifelsgedanken, damit ihr (Menschen) werdet ohne Tadel und ohne Falsch, Kinder Gottes ohne Fehl und Makel inmitten verdrehter und verkehrter Zeitgenossen, unter denen ihr leuchtet wie Himmelskörper in der Welt.“

Christsein ist Wachsen und Werden. Wir brauchen dazu allerdings Nahrung. Die finden wir in der Bibel, im Gebet, im Lernen mit anderen Christen bei Predigt und Gespräch. Und was kann es Schöneres geben, dass wir ein Licht sein dürfen für Menschen in ihrer wie auch immer gearteten Lebensnot.

Paulus gibt Ermahnung, aber er zeigt gleichzeitig stets auf, dass die Erfüllungskraft in Jesus liegt. Und doch spricht er auch von seinem Mühen. Er freut sich, dass er an den Philipperchristen sehen kann, dass es nicht vergeblich gewesen ist. Es stärkt ihn auf dem Wege, der – er ahnt es – zum Märtyrertod führt.

Die Bibelzitate sind entnommen:

Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers revidierte Fassung 1984,

Neues Testament übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher Hänssler Verlag 2002

Ursula Riepe

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25 Jahre nach Tschernobyl

Foto: © Erika Ströver / Ein Original-Kinderbild aus Belarus drückt die Folgen von Tschernobyl aus.

Foto: © Erika Ströver / Ein Original-Kinderbild aus Belarus drückt die Folgen von Tschernobyl aus.

Tschernobyl und Fukushima beweisen mir, dass Menschen erst sehr spät aus Fehlern lernen. Ein Fehler ist es, anzunehmen, dass Atomkraft sauber und sicher sei und dass das sogenannte Restrisiko nur in der Theorie auftreten würde. Doch die Realität zeigt uns immer wieder, dass unsere vermeintliche Sicherheit auf allzu tönernen Füßen steht. Doch die Atomkraftgegner sind durch die aktuellen Ereignisse in Fukushima wieder erstarkt.
Ich glaube, dass meine Arbeit „Hilfe für die Erben von Tschernobyl“ seit 1991 daher ganz wichtig war. Diese Arbeit mit den Strahlenopfern aus Weißrussland (Belarus)  trug dazu bei, dass viele Bürger unserer Stadt die Opfer einer solchen Atomkatastrophe nicht völlig vergaßen. Denn eine wirkliche Wende von politischer Seite aus ist in den letzten Jahrzehnten trotz aller Appelle und trotz aller Initiativen nicht bewirkt worden. Ganz im Gegenteil setzte man doch auch in Deutschland wieder auf den Ausstieg aus dem Atomausstieg.  Daher sehe ich in meiner Arbeit u. a. den Schwerpunkt in der Stärkung der Basisdemokratie.

Ein Wandel kann es nur von unten aus geben, indem Menschen ganz konkret erfahren, was es heißt, mit den Folgen einer atomaren Verseuchung zu leben. Konkret  bedeutet es für mich, zusammen mit Gasteltern aus Dortmund und Umgebung sich mit weißrussischen Strahlenopfern über gemeinsam Erreichtes zu freuen, aber auch, mit ihnen über schicksalhafte Ereignisse zu trauern. So entstehen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg und gleichzeitig  werden die für uns oft abstrakten Folgen einer Atomkraft bzw.  der vermeintlich so sicheren und sauberen Kernenergie mit dem so kalt klingenden Begriff des Restrisikos erst spürbar bzw. erlebbar, auch für uns Bürger in NRW. Denn was es heißt, wenn nach Tschernobyl Kinder bereits entstellt und krank zur Welt kommen, wenn die Lebensmittel größtenteils  verstrahlt sind, das erleben die Dortmunder Gasteltern erst in der Begegnung mit unseren weißrussischen Gästen und Freunden.  Auch dann setzt ein Nachdenken ein, wie würden wir uns in einem solchen Fall verhalten? Würden wir alles besser machen? Oft können wir dann nur im ersten Moment schweigen, um im zweiten Moment zu bestärken, Mut zu machen und Hoffnung zu geben. Aber das Ganze ist keine einseitige Geschichte, denn auch wir Deutsche können von ihnen lernen.

Wir können lernen, nicht aufzugeben, nicht zu resignieren, trotz der Tatsache, dass das wahr gewordene Restrisiko in Weißrussland bedeutet, dass ein ganzes Volk völlig aus den Fugen geraten ist. Wir lernen, unsere eigene Position zu hinterfragen und nutzen die konkrete Erfahrung und den langjährigen Austausch, uns immer wieder stark zu machen für die vernünftigen Alternativen. Und das kann mit absoluter Sicherheit nicht bedeuten, den Weg in Richtung SuperGAU zu unterstützen.

Umso wichtiger aus meiner Sicht, die jetzt sich ergebene Situation in Richtung erneuerbare Energie weiter einzuschlagen, damit ein solches Unglück nicht wieder passieren kann. Auch sollten wir in Deutschland uns  als Vorbild für andere Länder sehen, die trotz Tschernobyl andere Lehren gezogen haben. Nach wie vor setze ich allerdings auf die konkrete Zusammenarbeit mit unseren Gästen und Gasteltern, die in meinen Augen sehr viel mehr bewirken können, als vielleicht angenommen. Persönlich Erlebtes wird nicht so schnell vergessen und gute Ideen verschwinden nicht in irgendwelchen Schubladen. Menschen, die aus ihrem persönlichen Erleben heraus handeln, finden trotz vieler Widerstände auch in unserer Gesellschaft Gehör.

Daher lohnt es sich, weiter zu arbeiten und sich für diese Sache, die mir eine Herzensangelegeneit geworden ist, ein zusetzen. Beten Sie dafür, dass Ihre Kinder und Enkelkinder nie solch ein Trauma erleben wie es ein betroffenes  weißrussische Kind 1987 nach Tschernobyl gemalt hat.
Erika Ströver