Kategorie-Archiv: Download-Möglichkeit

Gedanken zum Philipperbrief

Dortmund-Asseln, 22.09. 2015

Philipper 3,17 bis 4,23

Ein paar Gedanken aus unserem Bibelgesprächskreis zu Abschluss des Philipperbriefes:

Philipperbrief: Brief aus dem Gefängnis, aus Not, Mangel und Enge und doch ein Freudenbrief?

Ja, Paulus kann von Freude schreiben, die in ihm ist, großer und starker Freude.

Wie kann das sein?

Jesus Christus ist bei ihm.

Und so wie er durch die Verbindung mit Jesus immer wieder gestärkt wird, wünscht er das für seine Mitchristen, die Mitglieder der Gemeinde in Philippi.

Aber er muss tadeln. Viele führen, wie er urteilt, ihr Leben als Feinde Christi. Sie leben irdisch, weltlich. Reichtum, Ehre ist für sie wichtig, Vergnügen, Wohlleben. „Ihr Gott ist ihr Bauch“ sagt Paulus.

Er sagt seinen „Leuten“: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel“.

Das meint, dass diejenigen, die wirklich entschieden und entschlossen hier auf der Erde schon mit Jesus leben, eine große Verheißung haben. Für sie ist wirklich schon ein fester Platz in der Himmelswelt quasi reserviert. Sie gehören schon dazu, zum Himmel, weil sie zu Gott gehören und weil sie Jesus Christus gehören.

Werdet meine „Mit-nachahmer“ sagt Paulus. Nicht einfach nur Nachahmer, wie es in etlichen Übersetzungen steht, sondern Menschen, die mit Paulus zusammen Jesus nachfolgen und dabei ihn als Vorbild haben.

Paulus hat andere Werte als irdische Wohlergehen. Ob reich oder arm, hungrig oder satt, schöne Wohnung oder einfache Hütte, er ist in jeder Situation zufrieden. Alles andere ist zweitrangig gegenüber der Freude, die ihm die Nähe Jesu schenkt.

Und letztlich ist es ja Gott, der um seine jeweilige Situation weiß und ihm immer wieder geholfen hat und auch weiter helfen wird.

Mein Gott wird all eure Notdurft entsprechend seinem Reichtum und seiner Herrlichkeit ausfüllen

(4,19 frei übersetzt)

Das ist es. Das gibt Ruhe und Freude.

So zu leben ist natürlich ein Lernprozess. Niemand kann es sofort. Niemand kann es aus sich heraus.

Gott aber kann. Und er erwartet nie etwas von uns, wozu er nicht auch die Kraft gibt.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist“, so schließt Paulus seinen Brief (Phil. 4,23). Mit „Gnade“ hat der Brief angefangen (Phil. 1,2) mit „Gnade“ hört er auf.

Kein eigenes Verdienst brauchen wir Gott zu bringen, sondern ganz einfach seine Gnade, Vergebung, annehmen, uns beschenken lassen – und ihn in unserm Leben der Mittelpunkt sein lassen – mit seiner Hilfe.

—————————————————-

Wollen Sie an unseren Gesprächen über die Bibel teilnehmen?

Wir kommen jeden Dienstag zusammen.

Ab 10 Uhr können sie mit uns Kaffee trinken, ab 11 Uhr wird „gearbeitet“.

Da sprechen wir dann über biblische Themen, in den nächsten Wochen über die Psalmen, Lieder Israels.

Ursula Riepe

Text zum Download:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2015_09_22_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Neuer Gemeindeflyer zum Download & aktuelle Gemeindeveranstaltungen

Der aktualisierte Gemeinde-Flyer steht zum Download für Sie hier (als Pdf-Datei) hier bereit, beachten Sie bitte die geänderten Termine zu unseren Gemeindeveranstaltungen, vielen Dank!

Gemeinde-Flyer: http://asselner.gemeinde-inter.net/gemeinde-flyer/

Hier ein Überblick über unsere regelmäßigen Gemeindeveranstaltungen (Stand 2014):

http://asselner.gemeinde-inter.net/regelmasige-gemeinde-veranstaltungen/

Wir freuen uns über Gäste – Urlauberinnen und Urlauber sind herzlich willkommen!

Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Erika Ströver (e-Mail: e_stroever@web.de oder per Telefon: 0231 – 27 86 45) oder an Silvio Ströver (per e-Mail: s.stroever@web.de).

Apostelgeschichte 15: Errettet aus Gnade

Bibelgesprächskreis

Thema: Errettet aus Gnade,

Apostelgeschichte 15

Dortmund-Asseln, 18.11. 2012

Apostelgeschichte 15

Ein Höhepunkt in der Berichterstattung des Verfassers Lukas.

In unserem Bibelkreis sind wir inzwischen bei Apostelgeschichte 15 angekommen.

Es geht nun einen großen Schritt vorwärts in Bezug auf die Botschaft, die Paulus für die Nationen (Heiden) aufgetragen worden ist., „gerettet ohne des Gesetzes Werke“, wie er es in seinen Briefen mehr und mehr entfaltete.

Was war der Anlass? Auf seiner Missionsreise – seiner ersten – hatte Paulus erleben dürfen, wie mehr und mehr Nichtjuden zum Glauben kamen, während nur wenige Juden der Botschaft von Jesus Gehör schenkten bzw. gläubig wurden. Ja, die Juden verfolgten ihn und hetzten die nichtjüdische Bevölkerung gegen ihn auf. Das ging so weit, dass Paulus in einer Rede in Antiochia in Pisidien, wo er in der Synagoge noch einmal eindringlich zu den Juden gesprochen hatte, sie an den Weg Gottes mit Israel erinnert und sie auf den Tod Jesu und seine Auferstehung hingewiesen hatte, am Ende erklärte: „Es war notwendig, dass euch das Wort zuerst gesagt wurde, da ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig erachtet, so wenden wir uns zu den Nationen“ (Apg. 14, 46).

Der Hass gegen Paulus war sogar so groß, dass man ihn steinigte (Apg. 14). Es waren Juden, die die Volksmenge dazu aufhetzten. Man schleifte ihn zur Stadt hinaus und meinte, er wäre gestorben. Aber er stand auf! Und er ging wieder in die Stadt.

Das war in Lystra. Die Reise hatte in Antiochia in Syrien begonnen, hatte über Zypern nach Antiochia in Pisidien, der heutigen Türkei, nach Lystra, Ikonion, Derbe geführt und zurück nach Antiochia in Syrien, dem Ort des Aufbruchs einige Jahre vorher. An allen Orten waren Menschen gläubig geworden, eine beträchtliche Zahl.

Alle in der Gemeinde in Antiochia waren froh, dass so viele Menschen sich zum Glauben an Jesus Christus hatten rufen lassen.

Nun aber kamen Juden aus Judäa und lehrten: „Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden“. Den „Brauch des Mose“ finden wir u. a. in 3. Mose 12, 3 und in Joh. 7, 22 .

Um mehr darüber zu wissen müssen wir zurück zu Abraham. In 1. Mose 17 schließt Gott mit Abraham einen Bund. Er will ihn und seine Nachkommen segnen, will ihr Gott sein von Geschlecht zu Geschlecht, und das Zeichen dieses Bundes soll die Beschneidung sein. Jedes Kind, jeder kleine Knabe, wenn er 8 Tage alt ist, soll beschnitten werden bei allen ihren Nachkommen. Wenn jemand nicht beschnitten ist, soll er „ausgerottet” werden aus dem Volk, weil er den Bund gebrochen hat.

Gilt diese dem Volk Israel gegebene Verpflichtung jedoch auch für die neuen Gläubigen, die aus den „Nationen”?

Paulus, Barnabas und einige andere der Gemeinde machen sich auf den Weg nach Jerusalem. Hier war wohl für alle immer noch das Zentrum, der Sitz der geistlichen Autoritäten der an Jesus Gläubigen. Hier waren die Brüder, die die Jahre seines Auftretens mit ihm geteilt hatten, Zeugen seiner Kreuzigung und seines Auferstehungsgeschehens gewesen waren. Ihnen sollte die Frage vorgetragen werden: Müssen sich auch Nichtjuden beschneiden lassen? Und im Zusammenhang damit: Müssen sie das Israel gegebene Gesetz halten?

Es heißt, dass es eine lange Auseinandersetzung gab. Die Brüder scheinen es sich nicht leicht gemacht zu haben.

Dann nahm Petrus das Wort. Er hatte ja schon Erlebnisse in die „neue Richtung“ gehabt.

Als man ihn in das Haus des Nichtjuden Kornelius rief und er Bedenken hatte, das Haus eines solchen Menschen zu betreten, hatte ihm Gott durch eine Vision gezeigt, dass er gehen solle, dass der Weg frei sei (vgl. Apg. 10). Er hatte erlebt, dass der Heilige Geist auf Kornelius fiel, er gläubig wurde, ohne dass er vorher getauft war, während die Taufe für jeden Israeliten eine Vorbedingung war, um den Heiligen Geist zu empfangen.

Petrus hatte die befreiende Botschaft: „Was versucht ihr denn nun Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legen wollt, dass weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn gerettet zu werden“ (Apg. 15, Verse 10 und 11).

Auch Jakobus sprach. Er sah schon hier, was Paulus später im Brief an die Römer (Kap. 9 – 11) verkündete, dass Gott Israel beiseite stellen würde, um ein Volk – „aus den Nationen” – für seinen Namen zu gewinnen, und dass dann, wenn „die Hütte Davids“(Amos 9, 11) wieder aufgebaut sein würde, Israel seinen ursprünglichen Auftrag, „Licht für die Nationen” zu sein (Apg. 13, Vers 47), erfüllen würde. Im Millenium (Offenbarung 20, Verse 1 – 7).

Eine Einschränkung meint Jakobus machen zu müssen: Man solle sich enthalten vom Blut, vom Erstickten, von Hurerei und vom Götzendienst (Apg. 15).

Der Genuss von Blut war für Juden undenkbar. Es hätte keine Gemeinschaft geben können. Hurerei und Götzendienst allerdings sind ja wohl für jeden Christen kein Weg.

Ein Brief mit dem Ergebnis der Besprechung wurde an die Gemeinde in Antiochia gesandt. Es hieß dort: „Es hat dem Heiligen Geist und uns gefallen…“.Damit war die Frage geklärt. Keine Beschneidung mehr für die Nichtjuden, keine Verpflichtung zum jüdischen Gesetz.

Paulus und Barnabas blieben weiter in Antiochia und verkündeten das Evangelium. Hier wurden übrigens die Gläubigen zuerst „Christen“ genannt (Apg.11, 26).

Wenn ich nicht mehr unter der Ordnung des Gesetzes stehe, wo finde ich meine Orientierung?

Jesus sagt Matth. 22, 39: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Gewiss eine Orientierung. So möchte Gott uns haben . Aber kann ich das? Kann ich Gott aus eigener Kraft lieben? Und meinen Nächsten, der mich vielleicht verletzt hat oder der mir vielleicht auch nur unsympathisch ist? Ist es nicht doch wieder ein Gesetz? Ja, das ist es. Jesus predigt noch Gesetz, eigenes Tun, Werke. Man denke an die Bergpredigt. Da werden Gottes Anordnungen noch verschärft: „Ich aber sage euch…“ (u.a. Matth. 5,22 )

Ein Schlüsselvers ist wohl Joh. 16, 12: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber er gekommen ist, der Geist der (göttlichen) Wahrheit und Wirklichkeit, wird er euch voll und ganz in der Wahrheit unterrichten“.

Gelehrt vom Heiligen Geist, Paulus war berufen, uns weiter zu lehren.

Wahrheit und Wirklichkeit, das ist Christus, sein Tod für die Schuld der Menschen, seine Überwindung des Todes, seine Auferstehung. Sein Geist, der seit Pfingsten Neuzeugung durch den Heiligen Geist, die Kraft neuen Lebens schenken will.

Gal. 3, 23: „Bevor der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz zusammen eingeschlossen (wie in einem Gefängnis), in Gewahrsam gehalten für den Glauben, der später geoffenbart werden sollte. So wurde das Gesetz unser Erzieher zu Christus hin, damit wir aufgrund des Glaubens gerecht gesprochen würden. Nachdem der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Erzieher. Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben“.

Glaube, das ist nicht ein Für-wahr-halten, sondern eine Lebensverbindung mit Jesus eingehen, ihm mein Leben zur Verfügung stellen, damit er mein Herr ist, damit er mich verändern kann.

Dann muss ich Liebe nicht mehr aus mir heraus erbringen, sondern darf mich auf Römer 5,5 verlassen: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in eure Herzen“. Liebe aus Gott und Liebe zu Gott.

Vielleicht dürfen dieses Beschenkt-werden manchmal sogar auch schon Kinder erfahren. Claudia und Sabine hatten sich über längere Zeit immer wieder auf hässliche Weise gestritten. Aber sie passten im Religionsunterricht sehr gut auf. Nach einiger Zeit fragte die Lehrerin: „Ihr streitet euch ja gar nicht mehr!“ Die Antwort war: „Es macht uns keinen Spaß mehr“.

Der alte Bund: Gesetz, fordert Gehorsam.

Der neue Bund: Gnade, schenkt Gehorsam.

Oder:

Das Gesetz sagt: „Tu, so wirst du leben!”

Die Gnade sagt: „Lebe, so wirst du tun!”

Ursula Riepe (Foto vom 11.10.2009)

Ursula Riepe

—————————————————-

Diese Ausarbeitung erhalten Sie wie üblich hier auch in Form einer Pdf-Datei zum Download:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2012_11_18_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Bibelgesprächskreis

Apostelgeschichte 4, 1 – 5,11

Thema: Die junge Gemeinde in äußeren und inneren Nöten.

Dortmund-Asseln, Juni 2012

A. Verfolgung und Bedrohung (Apg. 4,1 – 4,31)

Das Thema unseres letzten Bibelgespräches (siehe auch: http://asselner.gemeinde-inter.net/2012/05/22/apostelgeschichte-3-1-26-die-heilung-des-gelaehmten) war das Wunder an einem Mann, 40 Jahre alt, der von Mutterleibe an gelähmt gewesen war. Petrus und Johannes begegneten ihm an der sog. „schönen“ Tür des Tempels und Petrus durfte ihn in apostolischer Vollmacht heilen.

Der Gelähmte ist geheilt, aber nun geht Verfolgung los.

Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“, hat Jesus schon in Joh.15, 20 zu seinen Jüngern gesagt. Das müssen Petrus und Johannes nun erfahren.

Der Tempelhauptmann, die Priester und Sadduzäer treten vor und stecken sie über Nacht ins Gefängnis.

Es ist ja für diese Oberen des jüdischen Volkes eine unerhörte Herausforderung, aus dem Munde der Apostel immer wieder zu hören: „Jesus ist der verheißene Messias, er ist wirklich auferstanden, er ist der, von dem schon die Propheten gesagt haben.“ Und auch: „In seinem Namen ist das Wunder an dem Gelähmten geschehen.“

Unter Drohen verbietet man Petrus und Johannes, weiter von Jesus zu reden und zu lehren. Petrus und Johannes aber antworten: „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott? Wir können`s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg. 4, 19 u. 20)

Die Oberen der Juden lassen sie gehen

Die junge Gemeinde ist in einer Notsituation.

Da kann nur Gott helfen.

Petrus und Johannes und die, die ihnen nahe stehen, kommen zum Gebet zusammen.

Und es fällt ihnen der zweite Psalm ein, den David ca. 1000 Jahre vorher geschrieben hat und der eben solch eine Situation anspricht. In Anlehnung daran sprechen sie die betreffenden Verse vor Gott aus mit der dringenden Bitte um seine Hilfe (Ps. 2, 1. u. 2):

Warum toben die Heiden und die Völker nehmen sich vor, was umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Gesalbten.“ (Mit „Heiden“ sind sicherlich die Römer gemeint, bei „Völker“ ist wohl an die verschiedenen Völkerschaften Israels zu denken, Könige und Fürsten sind die jeweils Oberen)

Und weiter rufen sie:

Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels. …. Und nun, Herr, sieh ihr Drohen an und gib deinen Knechten mit aller Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus, dass Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.“ (Apg. 4, 27-30)

Die Stätte bebte, heißt es, und sie wurden mit Heiligem Geist erfüllt und redeten mit Freimut das Wort von Jesus. Wie wir später hören, bestätigte Gott auch durch Wunder und Zeichen weiter ihren Dienst.

B. Heuchelei in der Gemeinde (Apg.4,32 – 5,11)

Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“, heißt es Apg. 4,32.

Es war niemand mehr unter ihnen, der Not litt. Sie teilten ihren Besitz, verkauften sogar Äcker um einander zu helfen. Das erlöste Geld brachten sie den Aposteln, die es verwalteten.

Ananias und Saphira hatten auch einen Acker verkauft und brachten Geld zu den Aposteln. Es war nicht der ganze Betrag, sie gaben aber vor, es sei alles, was sie erhalten hätten. Petrus durchschaute den Betrug, die Heuchelei. „Ihr hättet doch einen Teil behalten können,“ sagte er. „So habt ihr Gott und den Heiligen Geist belogen.“

Zuerst ist es Ananias, dann Saphira, die so zu Petrus kommen. Beide fallen tot um.

Ist Gott so streng? So hart?

Wir sollten uns kein falsches Bild von Gott machen. Auch wenn Gott Liebe ist, gab es neben Heilungswundern schon immer Strafwunder Gottes. Und zur Vollmacht der Apostel gehörte auch Gemeindezucht.

Zu bedenken ist allerdings auch, dass wir hier noch in der von Petrus in seiner Pfingstpredigt angesprochenen pfingstlichen Phase sind, einer Vorwegnahme der bei Joel 3 angekündigten Zeit mit ihren Wundern und Zeichen – und Gerichten.

Nach dem Gesetz des Mose wurde jeder, der bewusst und willentlich sündigte, streng bestraft und aus dem Volke ausgerottet. Ähnlich strenge Gesetze wird es im sog. tausenjährigen Reich nach dem Wiederkommen Jesu geben. Satan ist gebunden, er kann die Menschen nicht mehr verführen. Es ist Friede und Sicherheit ringsum, das Land ist fruchtbar und bringt reiche Ernte, ein idealer Zustand. Aber leider ist damit das menschliche Herz nicht geändert. Selbst unter diesen gut geordneten Umständen geschieht noch Sünde. Es war wohl Karl Marx, der meinte, dass man nur die Umstände ändern müsse, damit die Menschen anders würden. Hier wird uns gezeigt, dass das menschliche Herz dasselbe bleibt, es sei denn, Jesus verändert es durch den Heiligen Geist zu einem neuen Denken, Fühlen, Wollen.

So werden in dieser Vorschattung des kommenden Königreiches die dann geltenden Gesetze an Ananias und Saphira zur Anwendung gebracht.

Aus der Bibel wissen wir nun weiter, dass am Ende dieser heilsgeschichtlichen Phase Satan noch einmal losgelassen wird und dass es ihm wieder gelingt, ganze Völkerschaften zu verführen. Aber es fällt Feuer vom Himmel und die Feinde Gottes werden vernichtet. „Es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.“ (Offb. 20,9)

Aber Gottes Wege enden nie bei Gericht. Wie sagte einmal jemand:

Gottes Zorn ist die Temperatur seiner Liebe.“

Seine Wege mit der Menschheit haben ein Ziel.

Paulus sagt es uns in Rö. 11, 36:

Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.“ Oder

Gott wird alles in allem sein.“ (1. Kor.15,28)

Ursula Riepe

Ursula Riepe

—————-

Diesen Text können Sie sich wie üblich auch gerne als Pdf-Datei hier herunterladen:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2012_06_11_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Apostelgeschichte 3, 1 – 26: Die Heilung des Gelähmten

Bibelgesprächskreis

Thema: Die Heilung des Gelähmten,

Apostelgeschichte 3, 1 – 26

Dortmund-Asseln, Mai 2012

Ein Gelähmter wird geheilt, jemand, der 40 Jahre alt ist und von Mutterleibe an nicht laufen kann. Seine Muskeln und Sehnen sind verkümmert, nun steht er auf, springt umher, jubelt und lobt Gott. Lukas schreibt davon in der Apostelgeschichte (Apg. 3, 1- 26) und berichtet auch, wie es dazu kam:

Petrus und Johannes gehen zum Tempel, da sitzt an der „schönen“ Pforte eben dieser kranke Mann und bittet um ein Almosen. Petrus antwortet ihm: „Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehauf und geh‘ umher!“ Und er ergreift ihn bei der rechten Hand und richtet ihn auf.

Im Namen Jesu Christi geschieht dieses Wunder also, Petrus wehrt alles Eigenlob sofort ab. Die Menschen, die dabei sind, staunen oder sind erschrocken. Das ist der Einbruch einer anderen Welt in die ihrige. Und sie werden wie schon bei der Pfingstpredigt sogleich konfrontiert mit dem Namen Jesu.

Er ist wahrhaftig auferstanden“, ist die Botschaft des Petrus. „Er, der Fürst des Lebens, den ihr verleugnet habt, an dessen Tod ihr schuldig seid, er lebt und hat dieses Wunder an dem Kranken vollbracht.“

Petrus ruft und mahnt wieder: „Kehrt um zu diesem Jesus, tut Buße, gebt ihm euer Leben. Er ist wirklich der, von dem schon Mose und die Propheten gesprochen haben, und wenn ihr nun umkehrt, kann das messianische Zeitalter mit seinen wunderbaren Verheißungen beginnen“.

Haben sich die Menschen damals rufen lassen? Die Apostelgeschichte berichtet vom Angebot des Heils in Jesus Christus in 28 Kapiteln. Etliche kehrten um, folgten Jesus, aber viele andere?

Was wäre, wenn bei uns heute ein Wunder ähnlicher Art geschähe?

Da müssen wir wohl zuerst einmal sagen, dass wir gegenwärtig in einer anderen Zeit leben.

Pfingsten hatte Petrus Joel 3 zitiert und gesagt, dass nun v o n diesem Geist Wirkungen geschähen. Und in der Tat, die erste Hälfte der Apostelgeschichte ist voller Wunder und Zeichen. Es ist der Ruf Gottes an sein Volke, umzukehren zu einem Leben mit ihm unter seiner Führung und unter seinem Segen.

Aber das Volk lässt sich nicht rufen, jedenfalls nicht die Menge des Volkes. So treten Wunder und Zeichen immer mehr zurück, Israel wird beiseite gestellt und die Zeit der „Heiden“ beginnt. (Römer 9-11). Paulus, der „Lehrer der Nationen“ (1. Tim. 2,7) tritt auf. Seine Botschaft lautet: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen (2. Kor. 5,7 ). Er lässt Trophimus in Milet krank zurück (2. Tim. 4,20) und Timotheus rät er, um seines kranken Magens willen und weil er so oft krank ist, ein wenig Wein zu trinken (1. Tim. 5,23).

Gibt es also heute keine Wunder mehr?

Das kann man nicht sagen. Aber sie geschehen im Allgemeinen nicht mehr, um Glauben zu wecken, sondern weil jemand in Not ist und sich vertrauensvoll an den himmlischen Vater bzw. an Jesus Christus wendet.

Wie mancher durfte da schon Hilfe in Not erfahren, sei es in Krankheit oder irgendeiner

anderen Bedrängnis oder Verlegenheit. Wenn Jesus sogar bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt, so zeigt das, dass er alle unsere Nöte versteht und helfen kann.

Helfen kann

Manchmal brauchen wir Geduld, bis Hilfe kommt, manchmal sagt Gott „nein”. Da ist es sicher ein noch größeres Wunder, wenn Gott Kraft schenkt, dennoch nicht zu verzagen und trotzdem zu vertrauen. So wie mir einmal jemand, dessen Frau unheilbar an Krebs erkrankt war, sagen konnte: „Wir sind trotzdem geborgen.“ Geborgen in der Liebe Gottes.

Damals, nach Pfingsten, rief Gott mit Hilfe von Wundern und Zeichen, wie oft in der Geschichte Israels und eben, weil es bei Joel vorausgesagt war. Der Brief an die Hebräer sagt: „Und Gott hat dazu” – zu den Worten Jesu bzw. der Apostel – „Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ (Hebr. 2, 4). Zeichen und Wunder als Beglaubigung, Bestätigung.

Es gibt allerdings noch eine andere Seite: 2. Thessal. 2, 9 heißt es: „ Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern…, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.“

Auch der Widersacher Gottes versucht, Menschen zu beeindrucken.

Es ist daher wichtig, die Bibel immer besser kennen zu lernen. Nur dann können wir unterscheiden, woher die Hilfe kommt.

Gottes Wunder geschehen heute eigentlich mehr in der Stille und nicht mit großen Spektakeln. Ich möchte da das Wort von Paulus wiederholen: „Wir leben im Glauben und nicht im Schauen.” Gott möchte unser ganzes Herz gewinnen, mit seinem Geist unser ganzes Sein durchdringen. Wunder können, aber müssen nicht sein, um glauben zu können. Sie werden aber dem Glaubenden doch immer wieder geschenkt.

Ursula Riepe

———————————————

Diesen Text können Sie sich wie üblich auch als Pdf-Datei hier herunterladen:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2012_05_22_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Bibelgesprächskreis: Die Pfingstpredigt des Apostels Petrus

Da trat Petrus vor sie hin mit den Elfen und erhob seine Stimme…“

So beginnt unser Text und es heißt weiter: „Ihr jüdischen Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das folgende sollt ihr wissen:…“

Und nun spricht Petrus das Geschehen an, das Brausen, die feurigen Zungen, die weiteren Wunder und Zeichen und erklärt es als eine Erfüllung der durch die Propheten über die Jahrhunderte dem Volke Israel gegebenen Verheißungen.

Ja, dem Volke Israel. Hier geschieht nicht die Gründung allgemein der christlichen Gemeinden weltweit, obwohl sie hier ihre Wurzeln hat, es ist zuerst einmal die Erfüllung der Verheißungen an Israel und das bezeichnenderweise an einem speziell jüdischen Fest (Fest der Wochen, 50 Tage nach Passah, Fest der Erstlinge der Ernte – hier Symbol für die erste Frucht der ersten Jesusgläubigen nach seinem Tod und seiner Auferstehung).

Jes. 44,3:

Denn ich werde Wasser gießen auf das Dürftige und auf das Trockene. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deinen Samen und meinen Segen auf deine Sprößlinge.“

Hes. 36,27: „Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Innerstes geben.“

Petrus liest eine andere besonders prägnante Stelle vor, Joel 3, 1-5.

Da steht es, was an Wundern und Zeichen Israel geschenkt werden soll. Allerdings „danach“.

Wenn Prophetien geschehen bzw. geschahen, so gab und gibt es es Teil- und Vorerfüllungen. Schrittweise offenbart Gott oft erst seine Geheimnisse.

Danach“ meint sicher nach der Wiederannahme bzw. Wiederherstellung Israels. Sieht Petrus sie jetzt gegeben?

Zum einen verändert er den Joel-Text und sagt, Gott gibt v o n seinem Geist. Das ist Teilerfüllung.

Zum anderen erklärt er: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme vor dem Angesicht des Herrn“.

Mit Zeit der Erquickung kann in dem Zusammenhang nur die Wiederkunft des Messias gemeint sein und damit die Aufrichtung des von ihm bzw. den Propheten verheißenen Königreiches.

Jedenfalls ruft Petrus mit ganzem Ernst und Eifer zur Buße. Sie, die Juden, haben den ihnen von Gott verheißenen und gesandten Retter, Erlöser durch die Hände der Ungläubigen kreuzigen und töten lassen. Das ist große Schuld. Seine Anklagen sind ernst.

Aber Jesus ist auferstanden, er lebt. Man ziehe Konsequenzen.

Viele taten das. 3000 ließen sich an diesem Tage taufen und wurden „hinzugetan“ zur Schar der Jünger.

Es geschahen noch manche Aufbrüche des Glaubens, Gott ließ Wunder und Wunder geschehen, und doch –

ab Mitte der Apostelgeschichte erfahren wir, dass doch kein endgültiger Durchbruch geschehen ist.

Juden lehnen weiterhin ab. Von den Aposteln hören wir immer weniger, Gott beginnt ein neues Kapitel seiner Wege mit den Menschen.

Paulus tritt auf. Paulus als Sonderbeauftragter für die Nationen mit seiner ihm gegebenen Botschaft der totalen Gnade.

Beim Apostelkonzil hatten ihn die Leiter der Jerusalemer Gemeinde bestätigt, hatten seine Gnadenbotschaft anerkannt und ihm den Auftrag gegeben, zu den Nationen zu gehen .(Apostelgesch. 15 , Gal. 2,9)

Ohne des Gesetztes Werke, allein durch den Glauben“(Rö. 3, 28), war seine Botschaft an die Nationen, die Nichtjuden.

Israel wird noch einmal beiseite gestellt, bis…

ja, bis die von Gott bestimmte Zahl der „Heiden“ sich hat rufen lassen. (Rö. 11,25). Dann endlich wird Gott mit Israel neu beginnen und alle seine Pläne ausführen. Dann endlich wird „die Hütte Davids“ (Amos 9, 11) aufgebaut werden und Israel zum Segen für die Völker werden. (Apg. 15,16 – 17)

Und dann wird wohl auch die Zeit sein, da Petrus seinen ihn vom Herrn (Matth. 16, 19) zugesagten Schlüssel des Himmelreiches kräftig gebrauchen darf.

Bis jetzt war auch da nur Vorerfüllung. Einige Tausend ließen sich Pfingsten und danach rufen, den Samaritanern durfte Petrus die Botschaft vom Heil in Jesus bringen und sie empfingen Heiligen Geist, als er ihnen die Hände auflegte. Im Hause des Kornelius tat er Türen für Jesus auf, dann trat er immer mehr hinter Paulus zurück. Seine Zeit kommt noch.

Sein Schlüsseldienst ist wohl noch in Wartestellung, in einer Zeit des Überganges, bis im Millenium Israel seinen Auftrag an den Völkern ausführen wird.

Wir aber dürfen uns von Paulus rufen und belehren lassen: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Eph. 2, 8-10)

Ursula Riepe (11.10.2009)

Ursula Riepe

——————————————–

Den oben abgebildeten Text können Sie sich wie gewohnt auch hier als Pdf-Datei herunterladen:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2012_05_05_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Im Glauben wachsen: Bibelgesprächskreis – Thema: Erster Brief des Johannes, Kapitel 2, Vers 3 bis 14

Bibelgesprächskreis

Thema: Erster Brief des Johannes, Kapitel 2, Vers 3 bis 14

Vorüberlegung:

Der erste Brief des Apostels Johannes hat einen anderen Hintergrund als die Briefe des Apostels Paulus.

Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch“ (1,3) schreibt Johannes, während uns Paulus Dinge vermittelt, die Jesus zu seiner Zeit nicht sagen konnte (Johannes 16, 12 u. 13).

Johannes ist Augenzeuge des irdischen Lebens Jesu. Er hat Dinge mit seinem Herrn erlebt und Wahrheiten gehört, die sein Leben grundsätzlich verändert haben.

Er hat die Liebe Jesu gesehen. Jesus ist das Licht seines Lebens geworden und er hat erfahren, dass eine neue Geburt, wörtl. auch „Neuzeugung“, nötig ist, weil der natürliche Mensch Jesus nicht erkennen kann.

1. Seine Weisungen befolgen

Wenn wir seine Weisungen (Gebote) befolgen, so können wir daran erkennen, dass wir ihn erkannt haben.“ (2,3)

Nach biblischem Sprachgebrauch ist Erkennen ein tiefes inneres Wissen, eine Verbundenheit, ein Einssein, das sich im Leben auswirkt. Wer Gott erkannt hat, ist fortan auf ihn ausgerichtet. Dazu gehört, dass man seine Gebote hält, nicht nur die Gebote vom Sinai, sondern alles, was Gott auch durch seine Propheten zu Israel geredet hat.

In 1. Joh. 5, Vers 3 u. 4 haben wir eine Hilfe. „Denn darin besteht die (tätige) Gottesliebe, dass wir seine Weisungen befolgen, und seine Weisungen sind keine schwere Last“

— empfinden wir es nicht doch manchmal als Last, den schwierigen Nächsten lieben oder auch nur annehmen zu können?

Es geht weiter: „Alles, was aus Gott gezeugt und geboren ist, überwindet die Welt, und dies ist der Sieg,der die Welt besiegt hat, unser Glaube“. Dem Glaubenden schenkt Gott Liebe zum anderen.

Welt“ ist Egoismus, Unglaube, letztlich Feindschaft gegen Gott. Neuzeugung ist neue Schöpfung, steht für neue Möglichkeiten, allerdings wachstümlich.

2. Bruderliebe und das neue Gebot

In den Versen 7 – 11 spricht Johannes speziell die Bruderliebe an, womit er wohl die Liebe unter im Glauben Verbundenen, aber vielleicht auch Nächstenliebe allgemein meint, wobei er dann die vorangegangenen Verse noch einmal aufgreift.

Was war das alte Gebot, in dem nach den Worten Jesu „Gesetz und Propheten“ zusammengefasst sind? „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Matth. 22, 37 u. 39). Durch Jesus wird das alte Gebot zu einem neuen, weil es ein anderes Vorzeichen bekommt. Das Licht der Wirklichkeit Jesu kann in die dunkelsten Herzen wirken, „die Finsternis ist im Vergehen und das wahre Licht leuchtet bereits“ (Vers acht)

Das wahre Licht, wenn wir es in uns hinein wirken lassen, befähigt uns, auch den Bruder / die Schwester zu lieben.

Vielleicht muss man dazu sagen, dass wir Geduld mit uns und mit anderen haben dürfen bzw. sollen. Wir bleiben doch ständig Lernende.

Jedenfalls – wer sein Leben ohne Jesus führt, geht irgendwie in einer Finsternis und kann nicht wie Petrus in seinem ersten Brief sagen: „Wir haben eine lebendige Hoffnung.“ (1,3)

3. Wachstumsstufen im Glauben

Wer wieder geboren, neu gezeugt ist durch den Heiligen Geist, ist allemal „Kind Gottes“, und wie schon gesagt, „eine neue Kreatur“ (2. Kor. 5,17). Da ist die Zugehörigkeit zu Gott angesprochen. In den kommenden Versen geht es um Wachstumsstufen. Da kann ein Kind Gottes doch ein Vater im Glauben sein.

Im Brief an die Hebräer tadelt der Schreiber die, die „noch immer Milch zu sich nehmen statt fester Speise“. Milch sind Anfangserkenntnisse. Gott offenbart sich in seinem Wort. Je mehr wir forschen, umso mehr dürfen wir lernen und erkennen und verinnerlichen und anderen eine Hilfe sein.

Johannes unterscheidet:

Kindlein im Glauben. Sie haben die Vergebung der Sünden empfangen und sie haben Gott als den Vater erkennen dürfen. Welche Freude!

Jünglinge sind die, die schon Erfahrungen mit der Kraft Jesu gemacht haben. Sie haben Siege erleben dürfen, wie es in Kap. 5,4 heißt: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Väter „haben den erkannt, der von Anfang war“. Es geht um die Größe Gottes, seine Allmacht, seine Liebe, seine Wege mit der Schöpfung von Beginn an – und um seine Ziele.

Und die stehen ganz klar in 1. Kor. 15, 28 und im Brief an die Römer, Kap. 11,Vers 36: „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit.“

Dazu muss man allerdings sagen, dass diese letzten Ziele nur Paulus offenbart worden sind. Für Johannes galt die Schau, die er uns in Offenbarung 22, 2 mitteilt, wo von Bäumen die Rede ist, deren Blätter zur Heilung der Völker dienen und damit das Werk Gottes mit der Welt noch nicht abgeschlossen  ist, aber weitergeht.

Ursula Riepe

————————————————————————

Diesen Text können Sie sich – wie gewohnt – gerne als Pdf-Datei hier herunterladen:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2011_06_21_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Bibelgesprächskreis

Thema: Weitere Überlegungen zum Brief des Paulus an die Philipper

Kapitel 3, Vers 17 – Kapitel 4, Vers 9

Dortmund-Asseln, 17.05.2011

1. Paulus ringt um die Gemeinde

Mit Vers 17 im 3. Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Philippi nimmt Paulus uns mit hinein in sein Ringen um die Gemeinde.

Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt“. (Elberf. Übersetzung)

Meine Nachahmer“ schreibt er, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass schon einige da sind, die seinem Beispiel folgen. Alle sollten sich letztlich an Paulus orientieren. Und von wem könnte man wohl mehr lernen als von Paulus, wer hat Jesus so erlebt wie er, wer hat eine so radikale Veränderung seines Lebens erfahren?

Wie ihr u n s zum Vorbild habt“, meint wahrscheinlich Timotheus, seinen treuen Begleiter, seinen Sohn nennt er ihn einmal sogar.

Wenn doch alle so mit Jesus leben würden wie er, wie Timotheus und die, die ihn schon zum Vorbild genommen haben!

Einige sind allerdings da, von denen er bekümmert, ja, sogar unter Tränen, sagt: „Ihr Gott ist ihr Bauch, sie sind irdisch gesinnt“. Sie müssen ermahnt und gewarnt werden. Es gibt Gerichte Gottes. Und was verpassen diese Menschen jetzt schon in dieser Weltzeit, welchen inneren Frieden, welche Geborgenheit? Was entgeht ihnen schon hier und jetzt?

Unser Bürgerrecht ist im Himmel“, weiß Paulus. Die „Nachahmer“, die Menschen, die Jesus Christus ihr Leben anvertraut haben und nun ganz auf ihn ausgerichtet sind, haben die Zusage, dass sie schon jetzt zur Himmelswelt gehören und somit jetzt schon den Schutz haben dürfen, der von dort ausgeht, von Gott, dem Allmächtigen.

Bürger fanden im Mittelalter innerhalb der Burgmauern Schutz, wenn Feinde kamen. Luther hat diesen Gedanken in dem Lied verarbeitet, das bis heute bei vielen Menschen bekannt ist: „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Wie gut ist es, um diesen Schutz zu wissen! Zu wissen, dass wir als Christen schon jetzt in einem bewahrten Raum leben dürfen.

2. Kräfte des neuen Lebens

Ein paar Merkmale der Nachfolge spricht Paulus konkret an. Er schreibt seinen Philippern u.a.von Wahrhaftigkeit, Reinheit, Ehrbarkeit, Liebe, Güte, und dass Streitigkeiten bzw. Unstimmigkeiten in der Gemeinde ausgeräumt werden müssen.

Wie hilfreich ist es, dass wir alles Gute nicht selbst „produzieren“ müssen! In den Briefen des Paulus taucht immer wieder auf, dass allein Jesus die Kraft zu einem veränderten Leben schenkt. Im Leben, in der Verbindung mit ihm, geschieht Umgestaltung. Wirken aus eigener Kraft führt zur Selbstgerechtigkeit. „Not struggle“ ,sagt der englische Christ, das heißt, nicht selbst strampeln, sondern sich beschenken lassen, nehmen, was Gott durch den Heiligen Geist in uns tun will.

3. Freude im Herrn

Auch in diesen letzten 4. Kapitel des Philipperbriefes ruft und ermuntert Paulus wieder zur Freude. „Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch!“

Es ist eine ganz tiefe Freude, die in ihm ist, obwohl…, ja,

obwohl er im Gefängnis sitzt, obwohl er verfolgt wurde, geschlagen, in Lebensgefahr gewesen, ja in Damaskus einmal sogar bei Nacht in einem Korb die Mauer (Stadtmauer?) hinab gelassen werden musste, um seinen Verfolgern zu entgehen.

Obwohl er auch eine schwere Krankheit hat, die er immer wieder aushalten muss, und die Gott ihm nicht nimmt, auch wenn er dreimal darum gebeten hat.

4. Sorgen abgeben

Sorget euch um nichts“ ist ein weiterer erstaunlicher Satz in dem Zusammenhang. Schon ein Grund zur Sorge wäre die Frage, ob er lebend das Gefängnis wieder verlassen wird.

In dem Satz heißt es dann weiter: „sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden“.

Wie gehen wir mit unseren Sorgen um? Mit unseren Ängsten?

Da gibt es wohl niemanden, der im persönlichen Leben oder im Blick nach „draußen“ nicht Grund zu Sorge hätte.

Wer hilft mir in meiner Krankheit? Meine Ehe ist nicht so, wie ich sie mit immer vorgestellt habe, meine Kinder machen mit Kummer. Was wird aus meiner Arbeitsstelle? Schaffe ich die nächste Prüfung?

Wird EHEC sich weiter ausbreiten?

Was wird mit den Atomkraftwerken?

Die immer wieder auftretenden Naturkatastrophen machen mir Angst!

Paulus würde uns verstehen. Und er würde uns auf Gott, auf Jesus Christus, hinweisen. Manchmal will die Not uns erdrücken. Es war wohl der bekannte Theologe Gollwitzer, der in einem seiner Bücher – sinngemäß – schrieb: „Manchmal möchte man einfach weglaufen von Gott und es bleibt nichts anderes als hinlaufen zu ihm“. In der Tat, einen anderen Weg gibt es nicht. Gott bzw. Jesus allein kann den Sturm in unserem Inneren zur Ruhe bringen und auf mancherlei Weise helfen.

Manchmal muss man allerdings auf Hilfe warten, manchmal geschieht sie anders, als wir dachten, und manchmal muss eine Not ausgehalten werden. „Das Reich muss uns doch bleiben“ endet Luthers oben erwähntes Lied. Das Reich ist Nähe Gottes und Hoffnung auf ein Leben bei Gott in kommenden Weltzeitaltern. Der Apostel Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Wir haben eine lebendige Hoffnung“. Unser Leben endet bei Christus und nicht in einer vagen Hoffnungslosigkeit.

Ursula Riepe

———

Diesen Blogbeitrag können Sie sich gerne als Pdf-Datei hier downloaden:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2011_05_17_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 1- 14

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 3, Vers 1- 14

1. Freuet euch…

Trotz Gefängnis heißt es für Paulus immer noch und immer wieder: „Freuet euch…“

Er betont, dass es ihm schon fast peinlich ist, immer wieder dasselbe zu sagen, aber diese Wiederholung soll ihnen, seinen Freunden der Philippergemeinde, Sicherheit geben in den Bedrückungen des Alltags, soll ihren Glauben stärken und das Vertrauen auf Jesus Christus festigen.

Was ist Freude, was ist Glück? In unserem Gespräch schien uns Freude in einem tieferen Sinn aus dem Herzen zu kommen, Glück mehr an äußeren Dingen festzumachen.

Für Paulus kommt ganz eindeutig die Freude aus seiner Gottesbeziehung.

Im Buch Nehemia, Kapitel 8, Vers 10 heißt es „ Die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Psalm 16, Vers 11, steht „Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich“. Psalm 34, Vers 6 vermittelt gar: „Die auf ihn sehen werden strahlen vor Freude…“

Jeder Schmerz, jede Not will durchlebt sein, und es bedarf sicher manchmal neben den Worten der Bibel auch menschlichen Zuspruchs, um Gott vertrauen oder gar sich an Gott freuen oder ihn loben zu können. Es ist wichtig, Gott immer besser kennen zu lernen, wirklich den Blick auf ihn, seine Möglichkeiten und Verheißungen zu lenken. „Er gibt Lobgesänge in der Nacht“ (Hiob, Kapitel 35, Vers 10) – in der Nacht der Traurigkeit – kann man dann vielleicht sogar sagen.

2. Eigene Leistung zählt nicht.

In der Auseinandersetzung mit jenen Juden, die immer wieder auf die Beschneidung und menschliche Leistung pochen, stellt Paulus fest, dass alle eigenen Werke, seien es weltliche oder religiöse, vor Gott nicht zählen. Wichtig ist allein die Gnade, die Gott jedem schenkt, der sich ihm bzw. Jesus glaubend anvertraut. Die Schuldfrage bzw. die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes wurde für alle Menschen und alle Zeiten am Kreuz gelöst.

Paulus listet auf, was er Gott alles anzubieten hätte, wenn das jetzt noch wichtig wäre. Er war gebürtiger Jude, gehörte zu dem Stamm Benjamin, gehörte zu der strengen Gemeinschaft der Pharisäer, hatte das Gesetz treulich gehalten und hatte in seinem Eifer für Gott und den rechten Glauben die Jünger bzw. die an Jesus gläubigen Juden mit äußerstem Eifer verfolgt.

Nachdem ihm Jesus vor Damaskus begegnete und eine völlige Umorientierung seines Lebens stattfand, kann er sagen: „Was mir Gewinn war, habe ich um Christi willen für Schaden geachtet…“ (Phil.3,7) und „ich achte es für Kot, auf dass ich Christus gewinne“ (Phil.3,8).

Niemand sonst hat in einem solchen Maße die Dimension der Gnade erfasst wie Paulus. Christus war für ihn die Mitte des Lebens geworden. Auch für Luther hat ja dann später das Wort von der Gnade zu einer befreiten Neuorientierung seines Lebens geführt, als er beim Studium des Briefes an die Römer von der Rettung aus Glauben las. „So halten wir denn dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes werke, allein durch den Glauben“ (Brief an die Römer, Kapitel 3, Vers 28). Werke, um Gottes Wohlwollen zu erlangen, waren für ihn nun erledigt.

3. Glaube ist Hingabe des ganzen Menschen.

Das muss man allerdings sagen, ein bisschen Christsein gibt es nicht. Paulus gebraucht das Bild vom Wettkampf. Dem Ziel jagt man nach mit Einsatz aller Kräfte. Nichts ist mehr so wichtig wie Jesus Christus. Das Leben mit ihm und aus der Kraft, die er dem Gläubigen schenkt, ist zutiefst beglückend – bis hin zu der anfangs erwähnten Freude.

Und dann hören wir von einem Siegespreis. Aber das ist kein Preis, den man durch Werke bekommt, es ist ein Preis, der dem, der sich in Liebe an Jesus hält, zukommt, das Zuhause bei Jesus für alle Zeitalter.

Ursula Riepe

———————————————

Wie gewohnt, können Sie sich den Beitrag gerne in Form einer Pdf-Datei herunterladen:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2011_05_10_bibelgespraechskreis_riepe.pdf