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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 3, Vers 1- 14

Sonntag, 15. Mai 2011

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 3, Vers 1- 14

1. Freuet euch…

Trotz Gefängnis heißt es für Paulus immer noch und immer wieder: „Freuet euch…“

Er betont, dass es ihm schon fast peinlich ist, immer wieder dasselbe zu sagen, aber diese Wiederholung soll ihnen, seinen Freunden der Philippergemeinde, Sicherheit geben in den Bedrückungen des Alltags, soll ihren Glauben stärken und das Vertrauen auf Jesus Christus festigen.

Was ist Freude, was ist Glück? In unserem Gespräch schien uns Freude in einem tieferen Sinn aus dem Herzen zu kommen, Glück mehr an äußeren Dingen festzumachen.

Für Paulus kommt ganz eindeutig die Freude aus seiner Gottesbeziehung.

Im Buch Nehemia, Kapitel 8, Vers 10 heißt es „ Die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Psalm 16, Vers 11, steht „Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich“. Psalm 34, Vers 6 vermittelt gar: „Die auf ihn sehen werden strahlen vor Freude…“

Jeder Schmerz, jede Not will durchlebt sein, und es bedarf sicher manchmal neben den Worten der Bibel auch menschlichen Zuspruchs, um Gott vertrauen oder gar sich an Gott freuen oder ihn loben zu können. Es ist wichtig, Gott immer besser kennen zu lernen, wirklich den Blick auf ihn, seine Möglichkeiten und Verheißungen zu lenken. „Er gibt Lobgesänge in der Nacht“ (Hiob, Kapitel 35, Vers 10) - in der Nacht der Traurigkeit - kann man dann vielleicht sogar sagen.

2. Eigene Leistung zählt nicht.

In der Auseinandersetzung mit jenen Juden, die immer wieder auf die Beschneidung und menschliche Leistung pochen, stellt Paulus fest, dass alle eigenen Werke, seien es weltliche oder religiöse, vor Gott nicht zählen. Wichtig ist allein die Gnade, die Gott jedem schenkt, der sich ihm bzw. Jesus glaubend anvertraut. Die Schuldfrage bzw. die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes wurde für alle Menschen und alle Zeiten am Kreuz gelöst.

Paulus listet auf, was er Gott alles anzubieten hätte, wenn das jetzt noch wichtig wäre. Er war gebürtiger Jude, gehörte zu dem Stamm Benjamin, gehörte zu der strengen Gemeinschaft der Pharisäer, hatte das Gesetz treulich gehalten und hatte in seinem Eifer für Gott und den rechten Glauben die Jünger bzw. die an Jesus gläubigen Juden mit äußerstem Eifer verfolgt.

Nachdem ihm Jesus vor Damaskus begegnete und eine völlige Umorientierung seines Lebens stattfand, kann er sagen: „Was mir Gewinn war, habe ich um Christi willen für Schaden geachtet…“ (Phil.3,7) und „ich achte es für Kot, auf dass ich Christus gewinne“ (Phil.3,8).

Niemand sonst hat in einem solchen Maße die Dimension der Gnade erfasst wie Paulus. Christus war für ihn die Mitte des Lebens geworden. Auch für Luther hat ja dann später das Wort von der Gnade zu einer befreiten Neuorientierung seines Lebens geführt, als er beim Studium des Briefes an die Römer von der Rettung aus Glauben las. „So halten wir denn dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes werke, allein durch den Glauben“ (Brief an die Römer, Kapitel 3, Vers 28). Werke, um Gottes Wohlwollen zu erlangen, waren für ihn nun erledigt.

3. Glaube ist Hingabe des ganzen Menschen.

Das muss man allerdings sagen, ein bisschen Christsein gibt es nicht. Paulus gebraucht das Bild vom Wettkampf. Dem Ziel jagt man nach mit Einsatz aller Kräfte. Nichts ist mehr so wichtig wie Jesus Christus. Das Leben mit ihm und aus der Kraft, die er dem Gläubigen schenkt, ist zutiefst beglückend – bis hin zu der anfangs erwähnten Freude.

Und dann hören wir von einem Siegespreis. Aber das ist kein Preis, den man durch Werke bekommt, es ist ein Preis, der dem, der sich in Liebe an Jesus hält, zukommt, das Zuhause bei Jesus für alle Zeitalter.

Ursula Riepe

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Wie gewohnt, können Sie sich den Beitrag gerne in Form einer Pdf-Datei herunterladen:

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Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Dienstag, 10. Mai 2011

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper,

Kapitel 2, Vers 1- 11 und Kapitel 2, Vers 12 – 18

Einige Punkte der letzten 2 Bibelstunden, die hier nicht ausführlich besprochen werden können, die aber Anregungen zu Weiterdenken geben wollen.

1. „ Die Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus (war)“.

Wie war Jesus Christus gesinnt?

Antworten finden wir bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, den sog. 4 Evangelisten, die über die Jahre des öffentlichen Wirkens Jesu in Israel geschrieben haben. Wir hören von seiner Liebe, Weisheit, Güte und Barmherzigkeit. Er war den Menschen nahe, verstand sie und half ihnen, wo er konnte.

Können wir diese Gesinnung auch haben? Wie sieht es bei uns im Herzen oft aus? Da ist wohl niemand, der sagen kann: „Ich bin so, wie ich sein sollte“.

Paulus zeigt uns in seinen Briefen einen Weg, Jesus ähnlich zu werden, wachstümlich zu einem neuen Denken und Tun zu kommen.

2. Brief an die Korinther Kap. 5,Vers 17: „Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“.

Das bereits früher erwähnte Bild von Raupe und Schmetterling zeigt beispielhaft die Veränderung , wie sie durch eine Anbindung an Jesus Christus geschieht.

Auch der Brief an die Galater kann weiterhelfen. In Kap. 5, Vers 22 schreibt Paulus von den Früchten, die im Leben eines Menschen geschehen, der sich auf Jesus ganz einlässt und vom Heiligen Geist geleitet wird: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“. Früchte werden geschenkt. Die Äpfel am Baum lässt ein Höherer wachsen, Frucht des Heiligen Geistes, des Lebens mit Jesus, ist Geschenk bzw. darf erbeten werden.

2. der sog. Christushymnus

Hier wird uns die ganze Größe Jesu vor Augen gestellt. Luther hat diese Worte beeindruckend übersetzt:

„Er, der in göttlicher Gestalt war,
hielt es nicht für einen Raub.
Gott gleich zu sein,
sondern er entäußerte sich selbst
und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich
und der Erscheinung nach
als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben,
der über alle Namen ist,
dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen
aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden
und unter der Erde sind
und alle Zungen bekennen (huldigen, preisen) sollen
dass Jesus Christus der Herr ist
zur Ehre Gottes, des Vaters“.

Diese Verse sprechen eigentlich für sich. Wie gewaltig ist es, dass der Sohn Gottes sich so erniedrigt, dass er in unsere Menschengestalt und Menschenwelt kommt und für uns sich an das Kreuz schlagen lässt und einen qualvollen Tod stirbt!

Aber – die Geschichte geht weiter. Er ist auferstanden. Er lebt. Er kümmert sich um uns. Er ruft und führt und lehrt uns.

Und das Ziel ist die lobende Anbetung aller Menschen aller Zeiten.

Das hier gebrauchte griechische Wort für „bekennen, preisen“ ist das gleiche, das Jesus in Matthäus 11, 25 gebraucht, als er seinen Vater freudig dankt , dass gerade schwache, unbedeutende Menschen seine Botschaft verstehen dürfen.

3. „Arbeitet an der Vollendung Eurer Errettung mit Furcht und Zittern! Gott ist es ja, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.”

Wie soll ich das verstehen? Das ist doch paradox, unlogisch!

Wie auch andere Bibelstellen zeigen, geht es zuerst einmal um die nötige Ehrfurcht Gott, dem Höchsten, gegenüber, dazu um ganzen Einsatz, ganze Hingabe. Das Zittern ist möglicherweise eine bildhafte Formel um den Ernst der Aussage zu unterstreichen. Wenn man allerdings an das Buch der Offenbarung herangeht und die dort angekündigten Gerichte liest, ist Zittern durchaus angesagt.

Andererseits wird das Wirken Gottes betont. „Du musst ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft.“ heißt es in einem Gesangbuchlied. Wir sind gerufen, der Anfang liegt immer bei Gott. Wir erkennen gewöhnlich erst im Laufe der Jahre, dass wir letztlich nur Beschenkte sind, dass Gott es war, der uns fähig und willig machte, ihn bzw. Jesus in unser Leben aufzunehmen. Und Gott wirkt weiter in unser Leben hinein, er gestaltet es neu und führt uns am Ende dahin, dass wir seinen Willen gerne tun.

Nur so können wir auch die Ermahnungen verstehen, die nun folgen: „Tut alles ohne Murren und Zweifelsgedanken, damit ihr (Menschen) werdet ohne Tadel und ohne Falsch, Kinder Gottes ohne Fehl und Makel inmitten verdrehter und verkehrter Zeitgenossen, unter denen ihr leuchtet wie Himmelskörper in der Welt.”

Christsein ist Wachsen und Werden. Wir brauchen dazu allerdings Nahrung. Die finden wir in der Bibel, im Gebet, im Lernen mit anderen Christen bei Predigt und Gespräch. Und was kann es Schöneres geben, dass wir ein Licht sein dürfen für Menschen in ihrer wie auch immer gearteten Lebensnot.

Paulus gibt Ermahnung, aber er zeigt gleichzeitig stets auf, dass die Erfüllungskraft in Jesus liegt. Und doch spricht er auch von seinem Mühen. Er freut sich, dass er an den Philipperchristen sehen kann, dass es nicht vergeblich gewesen ist. Es stärkt ihn auf dem Wege, der - er ahnt es – zum Märtyrertod führt.

Die Bibelzitate sind entnommen:

Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers revidierte Fassung 1984,

Neues Testament übersetzt und erklärt von Heinz Schumacher Hänssler Verlag 2002

Ursula Riepe

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Diesen Text können Sie sich wieder gerne in Form einer Pdf-Datei downloaden:

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25 Jahre nach Tschernobyl

Dienstag, 26. April 2011

Foto: © Erika Ströver / Ein Original-Kinderbild aus Belarus drückt die Folgen von Tschernobyl aus.

Foto: © Erika Ströver / Ein Original-Kinderbild aus Belarus drückt die Folgen von Tschernobyl aus.

Tschernobyl und Fukushima beweisen mir, dass Menschen erst sehr spät aus Fehlern lernen. Ein Fehler ist es, anzunehmen, dass Atomkraft sauber und sicher sei und dass das sogenannte Restrisiko nur in der Theorie auftreten würde. Doch die Realität zeigt uns immer wieder, dass unsere vermeintliche Sicherheit auf allzu tönernen Füßen steht. Doch die Atomkraftgegner sind durch die aktuellen Ereignisse in Fukushima wieder erstarkt.
Ich glaube, dass meine Arbeit „Hilfe für die Erben von Tschernobyl“ seit 1991 daher ganz wichtig war. Diese Arbeit mit den Strahlenopfern aus Weißrussland (Belarus)  trug dazu bei, dass viele Bürger unserer Stadt die Opfer einer solchen Atomkatastrophe nicht völlig vergaßen. Denn eine wirkliche Wende von politischer Seite aus ist in den letzten Jahrzehnten trotz aller Appelle und trotz aller Initiativen nicht bewirkt worden. Ganz im Gegenteil setzte man doch auch in Deutschland wieder auf den Ausstieg aus dem Atomausstieg.  Daher sehe ich in meiner Arbeit u. a. den Schwerpunkt in der Stärkung der Basisdemokratie.

Ein Wandel kann es nur von unten aus geben, indem Menschen ganz konkret erfahren, was es heißt, mit den Folgen einer atomaren Verseuchung zu leben. Konkret  bedeutet es für mich, zusammen mit Gasteltern aus Dortmund und Umgebung sich mit weißrussischen Strahlenopfern über gemeinsam Erreichtes zu freuen, aber auch, mit ihnen über schicksalhafte Ereignisse zu trauern. So entstehen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg und gleichzeitig  werden die für uns oft abstrakten Folgen einer Atomkraft bzw.  der vermeintlich so sicheren und sauberen Kernenergie mit dem so kalt klingenden Begriff des Restrisikos erst spürbar bzw. erlebbar, auch für uns Bürger in NRW. Denn was es heißt, wenn nach Tschernobyl Kinder bereits entstellt und krank zur Welt kommen, wenn die Lebensmittel größtenteils  verstrahlt sind, das erleben die Dortmunder Gasteltern erst in der Begegnung mit unseren weißrussischen Gästen und Freunden.  Auch dann setzt ein Nachdenken ein, wie würden wir uns in einem solchen Fall verhalten? Würden wir alles besser machen? Oft können wir dann nur im ersten Moment schweigen, um im zweiten Moment zu bestärken, Mut zu machen und Hoffnung zu geben. Aber das Ganze ist keine einseitige Geschichte, denn auch wir Deutsche können von ihnen lernen.

Wir können lernen, nicht aufzugeben, nicht zu resignieren, trotz der Tatsache, dass das wahr gewordene Restrisiko in Weißrussland bedeutet, dass ein ganzes Volk völlig aus den Fugen geraten ist. Wir lernen, unsere eigene Position zu hinterfragen und nutzen die konkrete Erfahrung und den langjährigen Austausch, uns immer wieder stark zu machen für die vernünftigen Alternativen. Und das kann mit absoluter Sicherheit nicht bedeuten, den Weg in Richtung SuperGAU zu unterstützen.

Umso wichtiger aus meiner Sicht, die jetzt sich ergebene Situation in Richtung erneuerbare Energie weiter einzuschlagen, damit ein solches Unglück nicht wieder passieren kann. Auch sollten wir in Deutschland uns  als Vorbild für andere Länder sehen, die trotz Tschernobyl andere Lehren gezogen haben. Nach wie vor setze ich allerdings auf die konkrete Zusammenarbeit mit unseren Gästen und Gasteltern, die in meinen Augen sehr viel mehr bewirken können, als vielleicht angenommen. Persönlich Erlebtes wird nicht so schnell vergessen und gute Ideen verschwinden nicht in irgendwelchen Schubladen. Menschen, die aus ihrem persönlichen Erleben heraus handeln, finden trotz vieler Widerstände auch in unserer Gesellschaft Gehör.

Daher lohnt es sich, weiter zu arbeiten und sich für diese Sache, die mir eine Herzensangelegeneit geworden ist, ein zusetzen. Beten Sie dafür, dass Ihre Kinder und Enkelkinder nie solch ein Trauma erleben wie es ein betroffenes  weißrussische Kind 1987 nach Tschernobyl gemalt hat.
Erika Ströver

Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 1, Vers 12 bis 30

Sonntag, 17. April 2011

Bibelgesprächskreis

Thema: Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 1, Vers 12 bis 30

Wem viel vergeben wurde, der liebt viel“ bzw.

wenn nur das Evangelium gefördert wird!“

Wenn nur das Evangelium gefördert wird“, so schreibt Paulus an die Gemeinde in Philippi wahrscheinlich aus seiner ersten Gefangenschaft in Rom etwa um das Jahr 60 nach Christi Geburt.

Es war ein „gemäßigtes“ Gefängnis, in dem er sich befand. Er hatte eine eigene Wohnung, durfte Besucher empfangen, stand aber unter Bewachung römischer Soldaten. Er war nicht frei, nähere Umstände muss man vielleicht in der Zeitgeschichte suchen. Jedenfalls war er nicht in einem Luxushotel, ganz gewiss nicht.

Keine Klage steckt in seinem Brief, sondern er beginnt schon in den ersten Versen des Briefes mit Lob und Dank an Gott und Worten der Liebe für die Philipperchristen.

Und dann schreibt er eben die Worte, dass ihm alles nicht wichtig ist gegenüber der Tatsache, dass seine Bedrängnis der Verbreitung des Evangeliums nützlich ist.

Wie kann er so denken, woher hat er die Kraft? Er hat doch schon viel um seines Glaubens willen aushalten müssen! Im 2. Brief an die Christen in Korinth schreibt er Jahre früher, dass er u.a. 5 mal 39 Stockschläge bekommen hat (40 nach jüdischem Gesetz erlaubt, aber es durften nicht mehr sein, also gab es lieber einen weniger), mehrfach war er im Gefängnis, einmal wurde er sogar gesteinigt.

Und nun wieder Gefangenschaft und kein Wort der Klage ist zu hören. Er freut sich, dass durch sein Leiden das Evangelium gefördert wird. Menschen merken auf, Christen bekommen neuen Mut und die Botschaft des Evangeliums dringt sogar bis in den kaiserlichen Palast.

Wie war es denn in Deutschland zur Zeit Hitlers? Es gab eine Reihe von Menschen, die um ihres Glaubens willen ins Gefängnis kamen, gefoltert und getötet wurden. Der Name Bonhoeffer fällt u.a. ein. Er wurde noch in den letzten Tagen des Krieges im KZ ermordet. Seine Bücher aber rufen und rütteln bis heute auf und ermutigen zur Christus-Nachfolge. Und sein Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag…“ hat Eingang in viele Gesangbücher gefunden und hat schon vielen Menschen neue Kraft gegeben.


Wieder ein Blick auf Paulus - so wurde er als römischer Bürger genannt, Saulus war dagegen sein hebräischer Name: Wer war er eigentlich? Er war Jude und hatte der strengen Glaubensrichtung der Pharisäer gehört und mit großem Eifer diejenigen verfolgt, die nach seinem Kreuzestod und Auferstehung glaubten, dass Jesus wirklich der Christus war, der Messias, der seit hunderten von Jahren von einer Reihe von Propheten immer wieder dem jüdischen Volk angekündigt war als Heiland und Retter der Welt. Saulus glaubte, Gott einen Gefallen zu tun, wenn er diese - wie er meinte Abtrünnigen - vor ein jüdisches Gericht brächte. So hören wir, dass er dabei war, als Stephanus, einer der ersten Christusnachfolger, gesteinigt wurde.

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn“ heißt es Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 9 „und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er die Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe“

Dann geschah etwas. Als er auf dem Wege war, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht und eine Stimme sprach zu ihm: „Saul(us), was verfolgst du m i c h ?“ Sofort merkte Saulus, wer da zu ihm sprach. Er erkannte zutiefst erschrocken, wie falsch sein bisheriges Denken gewesen war. Er hatte nicht nur die Jesusjünger sondern damit auch Jesus verfolgt.

Es waren Menschen da, die ihm weiterhalfen – er war von der Lichterscheinung blind geworden - nun lernte er mit dem Herzen, mit seinem ganzen Sein neu sehen und auch seine Augen wurden geheilt.

Wer viel gesündigt hat, der liebt viel“, so hörte ich vor Tagen einen Menschen sagen, der tief im Drogensumpf gesteckt hatte. Sein Leben schien verpfuscht. Durch Jesus und seine Hilfe, seine Vergebung, seine erneuernde Kraft, war er frei geworden zu einem sinnerfüllten Leben. Er sprach mit großer Freude und Dankbarkeit von dieser seiner Befreiung. Ihm war vergeben, er konnte neu beginnen.

Paulus wird ähnlich gefühlt haben. Sein Leben gehörte jetzt ganz Jesus. Dankbarkeit und Liebe füllten ihn aus. Sein eigenes Leben war ihm nicht mehr wichtig, Jesus war jetzt sein Herr, sein neuer „Chef“, für den er leben und kämpfen wollte

So kann er in dem o.a. Brief weiter schreiben: „Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise.“ Da waren doch wirklich Menschen, die von Jesus sprachen, predigten, aber es auf eine Weise taten, die Paulus als verletzend empfinden musste. Irgendwie spürte er böse Absicht, Neid und Eifersucht. Auch Christen können einander Not machen. Das sollte nicht sein, aber auch als Christ macht man schnell wieder Fehler und man braucht immer wieder Vergebung. Und man lernt. Paulus kann diese Leute ohne Verbitterung aushalten. Er hat Freunde, die für ihn beten und es geht um das Evangelium, Jesus wird bekannt.

Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn“ kann Paulus sagen. Das ist die Realität seines Lebens. Und so kann er erklären, dass er zwar gern schon bei Jesus wäre, aber um der vielen willen, denen er noch von Jesus sagen möchte, ist ihm auch das Leben eine gern angenommene Aufgabe.

Zum Schluss dieses Kapitels geht der Blick Paulus’ noch einmal zur Gemeinde. Er ermahnt sie, für den Glauben des Evangeliums zu kämpfen und ruft sie auf, tapfer und ohne Angst zu sein, wenn auch sie um ihres Glaubens willen in Verfolgung und Bedrängnis geraten.

Euch wurde das Gnadengeschenk zuteil, für Christus da zu sein – nicht allein an ihn zu glauben sondern auch für ihn zu leiden“ (laut der „Schumacher”-Bibel-Übersetzung). Das mag hart klingen, aber sie wissen auch, dass sie dabei nicht allein sind, nie allein sind. Wie hat doch Jesus im Evangelium des Matthäus Kapitel 28, Vers 18 gesagt?

Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Das galt den Jüngern damals, das gilt den vielen verfolgten Christen unserer Zeit. Das gilt uns, in welcher Not wir uns auch befinden.

Ursula Riepe

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Diesen Text können Sie sich wie gewohnt auch gerne in Form einer Pdf-Datei downloaden:

http://asselner.gemeinde-inter.net/2011_04_05_bibelgespraechskreis_riepe.pdf

Aktualisierung der Gemeindewebseiten

Samstag, 16. April 2011

Aktualisierte Gemeinde-Infos finden Sie ab sofort auf den folgenden Seiten:

Im Auftrag der Gemeinde,

Silvio Ströver